94
GRAFEN V. BLUMENTHÄL.
Grafen v. Blumenthal.
(ßoottgclifdj. $rcu)jcn ttuö Jltcdüenbunj.
Besitz: Neubeck, Kiein-Brustorf, Adarasdorf und Liepen. — Suckow lind .Tnhnwitz.
Wappen: quädrirter Schild mit goldener Einfassung und mit Mittelschild;in letzterem in Silber eine aus einer goldenen Krone zwischen einem schwarz undrothen Kluge wachsende Jungfrau in roth und schwarzem Kleide und 'mit einemgrünen Kranze um das Haupt, welche in der Rechten einen Ring hochhebend undin der Linken ebenso einen grünen Zweig hält. 1 und 4 in Silber der preussischeschwarze Adler ohne Sceptcr und Reichsapfel; 2 und 3 in Gold auf grünem Ro-den ein Weinstock mit drei blauen Trauben. Der Schild ist mit drei mit Grafen-ltronen gekrönten Helmen bedeckt. Der rechte trägt die Jungfrau mit dem Fluge,wie im Mittelschilde, der mittlere den Adler des 1. und 4. Feldes und der linkeden Weinstock wie im 2. und 3. Felde auf grünem Boden. Die Helmdecken sindschwarz und golden, und den Schild hallen zwei mit Laub umgürtete wilde Män-ner, welche in der freien Hand eine auf den Boden gestützte Keule tragen.
Uraltes brandenburgisches Geschlecht, welches nach Angeli Mark.Chron. 926 in die Mark, nach Vertreibung der Wenden, gekommensein, und nach Bucelini aus Graubündlen stammen soll, wo unweit llanzdas Familierischloss gelegen war. Eine Linie erhielt vom Kaiser Hein-rich I. nach der Schlacht bei Merseburg die Güter Horst und Blumen-thal in der Priegnitz und erwarb in derselben grossen Grundbesitz. Spä-ter breitete sich die Familie in Pommern und Schlesien aus, auch leitetman die in Oesterreich vorgekommene Familie dieses Namens, welche9. Juni 1785 ausstarb, von dein hier in Rede stehenden Geschlechteab. Von den älteren Gliedern der Familie ist besonders Georg a. d. II.Horst, gest. 1550, durch Beredtsamkeit und Gelehrtheit berühmt gewor-den. Das Capilel zu Havelberg hatte denselben 1520 zum Bischof er-wählt, doch widersetzte sich der Kurfürst v. Brandenburg dieser Wahl.Er erhielt aber 1524 die Bissthümer Ratzeburg und Lebus. Spätersind besonders vier Staatsminister und w. Mitglieder des Geh. Raths ausdiesem Geschlechte dem brandenburg-preussischen Staate hervorgegan-gen. Von diesen wurde Joachim Friedrich , geh. 4602, gest. 1657, vonFriedrich Wilhelm, dem grossen Kurfürsten, um das Jahr 1650 in denFreiherrenstand erhohen. Joachim Friedrich war schon unter der Re-gierung Georg Wilhelms Geh. Rath und Gesandter in Wien gewesen,