Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

zerfielen in erbliche Herrschaften und die grösserenHerren, denen die Gerichtsbarkeit über ihre Hinler-sassen zustand, fingen an, nach dein Hauptsitze ihrerMacht, nach ihren Erbburgen oder nach andern Allodial-Gütern sich Grafen zu nennen, und vererbten aufihre Nachkommen nicht nur die gräfliche Würde, son-dern auch den Geschlechtsnamen, den sie sich nacheiner oder der andern ihrer Hauptbesilzungen beigelegthatten.

Da es fast keinem Zweifel unterliegt, dass Wolframder erste war, welcher sich nach der Stadt oder viel-mehr Burg Werlheini benannte, so fehlt es an Halt-punkten hei der genealogischen Untersuchung über seineunmittelbaren Vorfahren. Wenn auch höchst wahr-scheinlich ist, dass, wie schon oben dargelhan worden,die früheren Ahnen Wolframs der mächtigen fränkischenGrafen- und Herzogs-Familie der Konradiner angehörten,so gehen uns doch später die Spuren verloren, undzeigen sich erst wieder kurz vor dem Auftreten derGrafen von Wertheim.

Des ersten Grafen von Wertheim Vater hiess wiederselbe auch Wolfram. Er kommt öfters in ostfrän-kischen Urkunden im ersten Viertel des 12. Jahrhun-derts unter den Zeugen vor, aber immer nur als GrafWolfram (AVolframus Comes) ohne irgend weiternBeisatz r ). Dass unter ihm der Vater des Grafen Wolfram

1) Regest. Boic. T. I. p. 111 ad an. 1103, p. 113 ad an. 1109, p. 115ad an. 1116. Oesterreicher (Denkw. der fränk. Gesch. besond. v.Bamberg, llft. III. S. 52) gibt auf eine höchst unbestimmte Weisean, dass ein Wölfrain Graf von Wertheiin schon im J. 1100 ineiner Urkunde des Klosters Neustadt a. M. vorkomme, ohne näher