420
Stargardische Linie.
Erben am 21. November erlassene Anzeige in denZeitungen bezeichnet ihn: „vormals zu Barsdorf." —Einige Zeit vorher hatte er ein Testament gemacht, zudessen Eröffnn ng der 18,Deccmber angesetzt wurde. Am 9. Januar1807 wurden auch öffentliche Ladungen erkannt, welche zurAnmeldung von Ansprüchen an seinen Nachlaß aufforderten.
Man würde — des obengedachten Renten-Contracteshalber — sich zu Wundern haben, daß dieser der Möglich-keit des Testirens unterlag, erführe man nicht anderweitig,daß des Verstorbenen Vermögen noch in allerletzter Zeiteinen Zuwachs erfahren hat. Zu Ende 1804 war, wie erselbst nebst den 3 Söhnen seines Stiefbruders Victor Wilhelmanzeigte, Siegfried Wcdige Ernst's Bruder, Ludwig Dietrich,der Besitzer des noch übrigen Familien-Gutes Barsdorf,ohne Leibeserben verschieden. Die erwähnten 4 Personenwaren also seine Lehnsfolgcr. Alt und auch Wohl gebrech-lich, wie der Oheim inzwischen geworden war, ließ er sichvon den Neffen mit 24,000 Reichsthalern Gold abfinden,sowohl was das Gut als des Verstorbenen Allodial-Nachlaßbetraf. Barsdorf selbst ist allerdings schon 1806 vonjenen veräußert worden (s. § 376). — Vermählt ist Sieg-fried v. Oertzen — dieser Vorname stellt sich in den letztenJahren seines Lebens deutlich als sein Rufname heraus,und auch die Lausitzer Stammtafel (s. S. 399) verzeichnetihn mit diesem — nicht gewesen, mithin, wie sein jüngsterBruder, nur vou den Bruderkindern beerbt worden. — Alsdiese am 13. August 1806 Barsdorf veräußerten, behieltensie auch für Siegfried eine „Wohnung" im Dorfe vor, nicht imherrschaftlichen Hause. Daraus läßt sich ungefähr Siegfried'sStellung zu dem Erblasser ermessen.
29.
Ludwig Mrich/)
1745—1804.
8 376. E. XVII.
Ueber seine Geburtszeit gehen die Angaben auseinander.Fest steht das Jahr: 1745; aber als Tag wird aus dem
0 Sein Rufname wäre zufolge der Lausitzer Stammtafel Ludwiggewesen. In den Acten kommen regelmäßig beide vor.