Netteres Haus Hclpte. 421
Tornowcr Kirchenbuche der 3. Juli angegeben, in denKotclower Aufzeichnungen hingegen der gleiche Tag des Mai.Obwohl letztere beredt genug auch den 6 Mai als Tauftaganzugeben wissen, darf mau schwanken, welcher Ueberlieferungzu folgen sei.
Aus den bei seinen Brüdern erzählten Thatsachenergiebt sich, wie er zwar früh eine Waise wurde, aber unterder Obhut seiner Vater-Brüder heranwuchs. Durch dieKavelung vom 24. September 1762 schon lange vor seinerMündigkeit Besitzer von Barsdorf geworden, begab er sichan den Strelitzer Hof und führte dort unter den Augenseines 8 Jahre älteren Stiefbruders Victor Wilhelm einLeben, wie es die kleine Residenz und seine heitere Sinnes-art mit sich brachten Er heißt h „ein vortrefflicher und„in aller Absicht (d. h. Hinsicht) liebenswürdiger, junger„Mann. Er ist gesprächig, offenen Charakters, mittheilend„und im höchsten Grade gefällig. Französisch und italienisch„spricht er sehr fertig; er tanzt, ficht und reitet schön, und in„seinem ganzen Auslande lebt und webt der wahre Hoffmann.„Weil izt keine Vakanz für ihn war, so ist er willens,„nächstens nach Zelle zu gehen, um sich beim Prinzen Ernst„von Meklenburg ( - jüngerem Bruder des regierenden„Herzogs Adolf Friedrich IV. von Strelitz —) in Dienst zu„begeben."
Wir wissen nicht, wie weit diese Pläne ausgeführtwurden, mit welchen der junge v. Oertzen im Herbste1766 sich trug. Wohl um Mitte des Jahres hatte er,eben 21 jährig, vom Landesherrn die vorzeitige Mündigkeits-Erklärung erhalten, und am 5. August muthete er beiihm das ihm erbtheiluugsweise zugefallene Barsdorf. —Dann erfährt man sicher erst 1781, daß er dies Gutbewohnte, und von da ab hat er es sicher immer selbst
') In der (S. 415) erwähnten Rcisebeschretbung Nugcnt'S I,S. 289. Ebd. II, 159 die gemeinsame Reise nach Rödlin zumKammcrjnnkcr Karl Friedrich 0. Jasmund (s. unten bei AreudHeinrich), der nach Nngcnt's, wohl etwas zu dreistem Ausdrucke, desjungen v. Oertzen „naher Vetter" war. — Der Bearbeiter der deutschen,1781 erschienenen Ausgabe der „Reisen" erwähnt in der Note, daßv. Oertzen „izt ans seinem Gute Bernstorff", d. h. Barsdorf, lebe.