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Jahre lang hat er friedlich und ohne besonders in dieÖffentlichkeit zu treten, zu Woltow gelebt. „Der Besitz„dieses Gutes machte ihm viel Freude; mit nachhaltigem„Eifer und großem Erfolge widmete er sich der Verbesserung„und Verschönerung desselben. Zahlreiche Bauten, sorg-fältige Culturen auf Wiesen, Feld und Weiden, namentlich„auch in der Forst entstanden unter seiner persönlichsten„Leitung. Am Wege von Woltow nach Walkendorf maß„er noch in seinem letzten Lebensjahre selbst die Plätze für„Baumpflanzungen ab. Seinen Gutsleuten väterlich„zugethan, sorgte er Hand in Hand mit seiner Gemahlin„unermüdet für deren leibliches und geistiges Wohl und„erntete dafür kindliches Vertrauen und dankbare Herzen."
Es schien eine Zeit fast, als sollten den Gatten dieAelternfreuden versagt bleiben. Erst nach mehrjährigerkinderloser Ehe belebte sich das Haus, und drei Söhne hatLudwig v. Oertzen als Erben seiner wirthschaftlich gemehrtenHabe hinterlassen. — Bald nach der Zeit, wo seine Ge-mahlin ihn zuerst mit Nachkommenschaft beschenkte, finger an, dem politischen Leben des Vaterlandes näher oderdoch darin hervorzutreten. An den unangenehmen Streitig-keiten innerhalb der Ritterschaft selbst, welche die früherePeriode füllten, war wenig Freude zu erleben. Die Stürme deslärmenden Jahres 1848 machten dem ein Ende, denn diealten Stände hatten nunmehr ihre Existenz zu retten,v. Oertzen gehört zu denen, welche den Widerstand gegendie Springfluth einer verfrühten Staats-Umbildung orga-nisirt haben und mit Glück der öffentlichen Meinung,durch Gründung des „Norddeutschen Korrespondenten", Be-achtung für ihre Bestrebungen abzugewinnen wußten.Seine Thätigkeit auf diesem Felde läßt sich heute nochnicht erschöpfend behandeln. Bis an sein Ende ist er imgleichen Sinne thätig geblieben, und „die mannigfachen,„ehrenvollen und einflußreichen Stellungen, zu denen er be-rufen ward, geben das. beste "Zeugniß von der Anerkennung„und Vertrauen, welche er durch Fähigkeit, Tüchtigkeit und„Charakter sich allseitig erworben hatte." 1861 ist er zumLandrath für das Herzogthum Güstrow ernannt worden,seit 1869 saß er im Engeren Ausschusse und war dessen