Hans GvN'W. 265
Operationen zu Schluß des 18. Jahrhunderts ziemlich ab-geschlossen waren, traten unerhörte Aufgaben au dieLaudes-Finanzcn heran zwecks Aufbringung der von deneingcdrungcnen Franzosen ausgeschriebenen Kontributionenu. s. w., daneben sollte endlich noch die an Schweden zuzahlende Pfandsumnie für Wismar flüssig gemacht werden.
So kämpften v. Ocrtzen's Sympathien für seineBauern gegen überlegene Factoren. Da hat er seine eigneHabe nicht geschont und ist den bedrängten „Unterthanen"mit baarcn Vorschüssen beigesprungcn, die gewiß oft inGeschenke umgewandelt sind.
Der Umfang seines amtlichen Wirkungskreises warverschieden. Zu seinem engeren Verwaltungsbezirke, demAmte Ruhn, kam bald auch Bützow. Erster Beamterdieses Amtes ist er vielleicht schon 1781 geworden; 1783wird es gewesen sein, daß er in die gleichnamige Stadtzog (im Mai 178V wurde er, noch zu Rühn wohnhaft,durch Einbrecher beraubt). Bis 1799 hat er den nahegelegenen Domanial-Pachthof Wolken übernommen, umnach Veräußerung seines Gutes Prcten (178V) dennoch derlandwirthschaftlichen Praxis sich nicht zu cntfrenidcn. —Sein Wohnsitz blieb aber die Stadt Bützow. 1787 ver-kaufte er sein früher dort erworbenes Haus, erwarb abergleichzeitig zwei andere, „am öffentlichen Marktplätze bc-„legen", die er zu einem einzigen Gebäude von 90 FußFronte umbauen ließ. Er erhielt dazu mannigfache Bei-hülfen vom Landes-Herrn.
Man weiß bisher nicht, zu welcher Zeit ihm dieJnspection über Sternberg und Tcmpzin übertragenworden ist, welche er 1781 abgab, jedoch nur um 1784seine Befugnisse als Oberhauptmann wieder auf das AmtGüstrow ausdehnen zu lassen. Wohl schon vorher istihm ferner Bukow, Redentin und Toitenwinkclunterstellt worden. Dazu kam endlich, wie demnächstwird angeführt werden, das aus einer käuflichen Erwerbungdes damaligen Erbprinzen Friedrich Franz neu gebildeteAmt Rossewitz, das dem Geheimrath v. Oertzen zu ganzbesonderer Pflege bis an sein Lebensende anbefohlenblieb. — Nicht so ganz exemt, wie dasselbe in Folge seiner