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gerathen. Es fragte sich nun, nach welchen Grundsätzendie dringend nothwendige Neu-Organisatiou zu veranstaltensei. — Diejenigen Ansichten, welche schließlich die Ober-hand gewannen, laufen doch Wohl auf eine übergroßeNeigung zur Centralisation hinaus; sie waren sichtlich derAutonomie bäuerlicher Gemeinden abhold und tratenherrisch ihnen und gelegentlich auch Wohl den Localbeamtenentgegen. — Mit solchen Tendenzen wird sich v. Ocrtzenin sachlichem Widerspruche befunden haben. In seinem,Wohl gelegentlich eines beabsichtigten Entlassungsgesuchesentstandenen, aber anscheinend nicht zur Kenntniß derKammer und des Landesherrn gelangten „politisch-„öconomischen Testamente" Z legt er das Hauptgewicht aufdie Erhaltung eines lebensfähigen Bauernstandes, als einesGrundpfeilers der „producirenden Klasse". Seine Abneigunggegen eine schematische und schablonenhafte Behandlung beiVerschiedenheit der physischen wirtschaftlichen Vorbedin-gungen tritt offen hervor; sichtlich will er den örtlichenVerhältnissen Rechnung getragen wissen. Diese Differenzenzwischen den Anschauungen der leitenden Behörde und deneneines Beamten von so bevorzugter Vertrauensstellung wiev. Oertzen es war, haben sich oft zu persönlichen Zu-sammenstößen zugespitzt. Die Landesregierung trat be-schwichtigend dazwischen, Friedrich Franz I. hat Wohl seineeigne principielle Hinneigung zu von Oertzen's Theorie be-kannt; aber der Widerstreit blieb im Grunde uugeheilt,und die Zeitlagc war dem System der Kammer in ihrerdermaligcn Besetzung günstig. Es lief dasselbe wesentlichauf Beschaffung baarcn Geldes in regelmäßigen Eingängenund möglichster Fülle hinaus. Und solches war unent-behrlich, einmal um die sogen. „Hypothek-Aemter" cinzu-lüsten, d. h. diejenigen Landestheile, welche Braunschweig-Lüneburg und Preußen zur Sicherung derjenigen Forderungenbesetzt hielten, welche sie aus ihren nachbarlichen Be-mühungen zur Zeit des Verfassungs-Streits unter HerzogKarl Leopold formirt hatten. — Und nachdem die bezüglichen
') Einzelnes daraus ist mitgetheilt in der zu Anfang dieses Zerwähnten v. Maltzan'schen Sammlung (S. 365).