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4 (1886) Der mecklenburgischen Häuser und der älteren Zweige des Hauses Alt-Helpte neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart
Entstehung
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266 Meklenlnirgische Linie,

besonderen Verhältnisse immerfort der Kammer gegenüberblieb, vermochte v. Oertzen seinen übrigen Jnspections-Bczirk von dem directen Eingreifen der Obcrbehördc zuerhalten. Namentlich gerieth er oftmals in Conflicte mitderselben, seit im letzten Jahrzehnt seines Lebens die großen„Districte" innerhalb des domanialen Vcrwaltungsgebietesgebildet und jeder einem Mitglicde der Kammer als„Districtsrath" unterstellt worden war. Jedoch hat erin vielen einzelnen Fällen seine den Bedürfnissen desBauernstandes mehr entgegenkommenden Grundsätze mitGlück zu behaupten gewußt.

Der Oberhauptmann v, Oertzcn war aber nicht alleinin den ihm aufgetragenen Amtsgcschäften, sondern auch inallen heilbringenden Unternehmungen unermüdlich thätig,und hiedurch hat er sich einen Wohl begründeten, weitverbreiteten Ruf erworben. Zu den vielen großen Leiden,welche der siebenjährige Krieg hervorbrachte, kam noch dieRindviehseuche, welche über ganz Europa verbreitetwar und von Zeit zu Zeit wiederkehrend in verschiedenenLändern die größten Verheerungen anrichtete. „In keinem„Lande, sagt v. Oertzen, konnte die Voraussetzung, alle»zchn Jahre alles Vieh zu verliercu, so schrcckcnvoll sein,„als Mecklenburg, dessen ganzer Reichthum Ackerbau und„Viehzucht ist, und aus seinen Holländercien eben so großen„Gewinn, als aus seinen Saatländern zieht." Oertzendachte unaufhörlich auf Heilmittel dieser entsetzlichen „Land-plage" ; aber alle waren vergeblich. Da verbreitete sich dieNachricht von der Anwendung der „Jnoculation der Rind-viehseuche" immer mehr. In England hatte man nachdem Vorgange der Einimpfung der Mcnschcnblattern zuerstden Versuch mit der Einimpfung der Rindviehseuche ge-macht; von dort war die Kunde 1755 nach Holland, 1763nach Braunschweig, 1770 nach Dänemark gelangt und derAnfang zu Versuchen gemacht. Im Sommer 1776 brachdie „verheerende Landplage der Viehseuche auch wieder überMecklenburg aus." Da verfiel im Winter des Jahres 1777der Kammerjunker v. Bülow auf Prützen auf den Gedanken,die Impfung zu versuchen, und zwar mit Erfolg, obgleichNiemand den Muth hatte, ihm zu folgen. Nur v. Oertzen,