Haus Gorvw. 215
im Ganzen recht besannen benommen zn haben; er schlugvor, sie wallten „der Sache snach^j Feind, der Person Freund"sein und die Differenz am nächsten Tage zum Austragbringen. Er forderte v. Nolckc ans, bei ihm zu übernachten,was dieser auch annahm.
Am nächsten Morgen früh ließ v. Oertzen seine Pferdesatteln, deren eines v. Nolcke bestieg. Außerdem war nochein Vetter des letzteren von der Partie, der UntcrofsicicrAugustin Segc von Laurcnberg, wie er genannt wird;sowie ein Diener v. Ocrtzen's, Dieser und er selbst ritten,als man zum Thore der Stadt heraus war, ein wenigvoran; bei der Mühle „zum Rothen Thor" trafen allewieder zusammen, Mail scheint die Vorstellung habenerwecken zu wollen, als ziehe man nur zur Jagd aus, undhatte jedenfalls Hunde mitgenommen. — Aber schon beider Begegnung an der Nvthenthors-Mühle hatten die Be-gleiter die beiden Hauptpersonen „mit einander ein wenig„raisonniren" hören. Und als man auf dem Felde vonMetelsdorf unweit des Baches auf einer abgelegenen undvon Bergen umgebenen Stelle angekommen war, stiegenalle von den Pferden, welche Laurenberg in einiger Ent-fernung an einen Zaun band. Während dessen fielen zweiSchüsse, welche aber nicht getroffen hatten, und als Lauren-berg sich umdrehte, sah er, daß Oertzen und Nolcke sich„mit entblößten Degen zusetzten." Er eilte sogleich hinzu,um sie auseinander zu bringen, aber Nolcke stürzte sogleichnieder und starb auf der Stelle. Die Section ergab, daßNolcke an einem tödtlichen Stich unter dem Herzen gestorbensei. Der Leichnam ward in der Stille auf dem Kirchhosezu Bcidendorf begraben.
Wie der Vorgang gekommen sei, ist nicht ans Lichtgebracht; es ist völlig unklar geblieben, ob die Begegnungein verabredetes Duell oder eine Plötzlich entstandene Raufereigewesen sei. Claus v. Oertzen ergriff die Flucht; einesseiner Schreiben ist aus Lübeck vom 25, März 1724datirt,Er behauptete in einer gelehrt juristischen Advokaten-schrift, daß er unschuldig sei: „Nolcke habe ihn auf aller-„hand Art und Weise um Ehre, Leib und Leben zu bringen„gesucht", ihn bei der letzten „Affaire" sogar mit Stock-