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gegen seine eigenen Dienstboten und Untergebene, wie es(nach 1729) gelegentlich der zweiten Untersuchung gegenihn sich offenbart, dazu beigetragen, die Auffassung überseinen Frevel zu erschweren und der Gnade den Weg zuverlegen. Im Allgemeinen sagen in zahlreichen Verhörenzuletzt alle Zeugen aus, daß er mit den Unterthanen hartund grausam umgegangen sei; er habe seinen Leuten oft,ja gewöhnlich 12 fingerdicke Stöcke, die er immer eigenshabe schneiden lassen, auf dem Leibe entzwei schlagen lassen,ja sie oft selbst grausam mit der Peitsche geprügelt undmit Füßen getreten und dann oft an Armen und Beinenzusammengebunden („im polnischen Bock") Wochen langverwundet bei Wasser und Brot auf den Boden geworfen;auch fremde Leute behandelte er auf der Landstraßegewaltthätig mit Waffen und Peitschen. Die Erbitterunggegen ihn war daher allgemein und die Unterthanen be-kannten frei, daß sie oft gedacht hätten, sie müßten ihntodt schlagen, weil sie es nicht aushalten könnten. — Zweihervortretende Gewaltthaten waren es gewesen, welche seinGeschick zu Erfüllung brachten und ihm zu der traurigstenRolle in der Geschichte seiner Familie verhalfen, die nochheute hin und wieder im Munde des Volkes lebt.
Die erste Begebenheit, welche mit drückendem Gewichtauf ihn fiel, war der Tod des Lieutenants v. Nolckcam 12. November 1723. Claus v. Oertzen hielt sichdamals in Wismar auf. Hier stand Magnus Friedrichv. Nolcke, Sohn des Obersten v. Nolcke, als junger Lieutenantin schwedischen Diensten und allgemein in gutem Rufe.Nolcke war ein „lieber Bruder und guter Freund" Oertzen'sgewesen und hatte noch die letzte Nacht bei diesem geschlafen.Es war die vom 11. zum 12. November des Jahres 1729.Am Abend des 11. waren beide im Hause des Oberjäger-meisters v. Berkholz zu Wismar mit anderen Gästen ver-sammelt. Hier gab es Streit um eine AeußerungOertzen's über eine Cousine des v. Nolcke; das Näheredieser Angelegenheit ist unbekannt, auch die weitere Ent-wickelung des Wortwechsels zwischen beiden. Dieser endetejedoch damit, daß v. Nolckc seinem Gegner einen Streichversetzte, ihn „zum Ritter schlug." v. Oertzen scheint sich