g Mcklcnbm'gischc Linie.
der Streit wahrend der Bcsitzzeit Vvn Jaspar's Bruderund Erben Hclmuth Friedrich wieder auf.
Da kamen nach des Herzogs Friedrich Wilhelm Tode(fi 1713) unter dem Herzoge Karl Leopold schwere Zeitenüber das Vaterland, und besonders über den Adel, vondenen Jaspar v. Oertzen hart betroffen ward.
Die Streitigkeiten des gcwaltthätigen Herzogs mit derRitterschaft waren schon hell entbrannt, als im Sommer1716 im Nordischen Kriege der Czar Peter der Große vonRußland in Meklenburg einfiel, um von hier aus zuoperiren, und das neutrale Land mit einer unerhörtenGewaltthätigkeit brandschatzte. Der Herzog hatte sichkurz vorher mit des Czars Nichte Katharina Jwanownavermählt. Intriguen aller Art und Despotismus wirktenzusammen, daß der Zorn des fremden Herrschers sich vor-züglich auf die Ritterschaft entlud. Nicht genug, daßbeinahe unerschwingliche Einquartierungen und Kontri-butionen das Land schwer drückten; die Russen verfuhrenendlich sogar mit Gewalt gegen die Person der adeligenLandständc, welche nicht freiwillig unter jedes Gebot sichbeugen wollten. Am 17. Julii 1716 wurden an 50Commando's russischer Grenadiere zu Pferde ins Landgeschickt, „um die Landräthe, die Landmarschälle, die„Deputirtcn vom Engern Ausschuß und was sonst Männer„waren, daran der Ritterschaft gelegen, bei hereinbrechender„Nacht in gefängliche Haft ziehen", weil sie „übel von Jhro„Czarischen Majestät gesprochen" haben sollten. Die meistenentkamen glücklich ins Ausland. Nur vier wurden gefangen:Kammcrjunker von Pcderstorff zu Hintzcnhagen, von Messenauf Barnekow, Obristlieutcnant von Bassewitz zu Klein-Walmstorf und Obristlicutenant von Oertzen auf Roggow >)
Zuerst wurden die vier Gefangenen nach Rostock gebracht,von dort nach Güstrow; nachdem sie hier am 20. Sept.von den Russen frei gegeben waren, ließ sofort der Herzog
Vgl. Franck A. u. N. M. XVII, S. 78. Franck irrt, wenncr mcint, daß dieser Obristlientenant von Oertzen „nachmals Landrath"geworden sei; dies war sein jüngerer Brndcr Hclmuth Friedrich,welcher, eine Viertelstunde vorher gewarnt, mit seiner Familie zu seinenSchwiegereltern nach Gndow entkam.