Haus Noggow. 5
Manne gemachte gegenseitige Testament, änderte dabei aberdie ihren Geschwisterkindern ausgesetzten Legate im Gesamt-beträge von 1000 Thalern (vgl. Bd. III, S. 84). Bei dieserGelegenheit sagt sie: „Was aber meine liebe Schwester-„und jetzige Schwicger-Tochtcr Sophia Charlotta von„Lützow betrifft, habe selbiger von vorgemeldeten 1000„reichs-Taller aus der Ursachen nichts zufließen lassen,„weilen sie an meinen lieben Sohn verheyrahtet und„dieser nach meinem seclligcn Tode nebst seinem Bruder„Erbe von alle dem übrigen meinigeu ist."
Gegen zehn Jahre lang lebte Jaspar mit seiner Frauglücklich und thätig zu Roggvw, wie einst sein Vater.
„Im Jahre 1715 fundirte seine Frau", da sie keineKinder hatte, „ein gewisses Capital, von dessen jährlichen„Zinsen alle Kinder der zu dem Gute Roggow gehörigen„Unterthanen in der Schule zu Nussau frei und ohne Ent-gelt informiret, zur seligmachenden Erkenntniß Gottes, in„Erlernung des Catechismi, auch zum steißigen und an-dächtigen Gebet angehalten werden sollten". (Nach derLeichenpredigt.)
Sonst erfährt man noch, daß Jaspar 1712 oder 1713das Roggowcr Wohnhaus einer Reparatur unterziehen ließ.Sie war wohl ziemlich durchgreifend, denn er ließ dazuBauholz von Wakendorf heranfahren.
Dies Gut hatte sein Vater Joachim, der von dembisherigen Pfandinhaber von Dannenberg (s. Bd. III, S. 201,nebst Nachtrag) als „nächster Lehnsfolger" war anerkanntworden, zu Trinitatis 1700 eingelöst. Daher konnte esbei der Auseinandersetzung nach Joachim's Tode 1707 zurKavelung darüber unter seinen Söhnen kommen.
Jaspar von Oertzen hatte Wakendorfs wegen einigeSchwierigkeiten mit den angränzenden Schwedischen Ort-schaften Teplitz und Bäbelin zu bestehen, indem der so-genannte Schmicdekamp, welcher zwischen diese beiden Feld-marken von Wakendorf aus hineinschießt, von Alters herseiner Zugehörigkeit nach sehr zweifelhaft gewesen war.Man erkennt von Oertzen's billige und entgegenkommendeArt aus dem Gauge der Verhandlungen, die dennochschließlich mehr zu seinem Vortheil gediehen. Indeß lebte