Druckschrift 
6,[1] (1891) A. Des Hauses Jung-Helpte (auch dänischen Astes, insbesondere des Hauses Kittendorf) neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart ; B. Rückblick
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162 Stargardische Linie.

handelt hatte und wie Allesbei Erkaufung des GutesGenzkow besage Contractes d, d. Strelitz, d. 25. Ja-nuar 1715" weiter war verhandelt worden. Nämlich anden Hauptmann Jacob Ludwig v, Bardeleben, welcher nunvon v, Oertzen 550 Rthlr, N. ^/s dafür erhielt, das Realesofort abtrat und am 23. September 1720 den landesherr-lichen Konsens darüber erwirkte.

Der Oberst v. Lübbersdorf ist Jürgen Ludwig. Erstand (vgl. Z 595) zwar schon durch seinen SchildvetterHenning Christoph, Gatten einer Schwester von SiegfriedLeopold v. Oertzen, zu dessen Hause in Verbindung; nochnäher aber durch ein Verhältniß, dessen Vorbedingungallerdings erst sein eigenes, 1714 (Februar 14.) erfolgen-des Ableben sein mußte. Denn seine Wittwe ist es ja,welche ein Jahr nach seinem Hinscheiden eben SiegfriedLeopold als zweiten Gatten wählte. Man sieht aus diesemeinen Factum, wie folgenreich diese Verbindung für seinenwirthschaftlichen Zustand war; sie räumte ziemlich die letztenHindernisse aus dem Wege, welche den vollkommenen Besitzvon Lübbersdorf noch hinderten. Gleich nach JürgenLudwig's Ableben hatte (am 5. Februar 1715) von seinemSitze Jatzke aus der Vertreter der nunmehr einzigen Linieder v. Lübbersdorf ein Muthgesuch wegen des'Lehns andem für sein Geschlecht namengebendcn Orte eingereicht.Trotz der Verschwägcrung (die eben jetzt durch den Todgeendet sein muß, s. S. 43) mit dessen factischem Inhaberv. Oertzen stand er, woraus er kein Hehl machte, mit dem-selben in Rechtsstreit wegen Reluition; Wohl nur, weil ersich verpflichtet hielt, den von seinem eben verstorbenenVetter Jürgen Ludwig befolgten Directiven nicht untreu zuwerden. Er hat 1719 seinen Sitz Jatzke verkauft und istWohl 1722 verstorben; seine bald ganz zu Ende gehendenNachkommen dürften v. Oertzen zu Lübbersdorf, ihremMutterbruder, nicht mehr lästig gefallen sein.

Augenscheinlich ist nun der Antheil an den Gerecht-samen über die Lübbersdorfer Mühle u. s. w., welchenSiegfried Leopold 1720 von dem v. Bardeleben auf Genz-kow erwarb, dieser 1711 von Jürgen Ludwig auf Genzkowgleichzeitig mit letzterem Gute an sich gebracht hatte, identisch