1^6 Stargnrdische Linie.
Vater des heutigen Hauses Oldenburg; dann durch seineschwer errungene Vertrauensstellung bei dem großen Preußi-schen Könige. Des Holsteiners Nachfolger, als derselbe den-noch in Folge eines angeblichen Versehens bei der letztengewaltigen Schlacht des 7jährigen Krieges (Torgau. 3. No-vember 1760) den Abschied nahm, ist Oberst v. Pomeiskegewesen, der aber 1785 durch v, Zitzewitz abgelöst wurde, gradezu der Zeit, wo v. Oertzen eintrat. Denn am 2. April 1786wurde er bereits zum Fähnrich ernannt, erhielt 1787(Dec. 5.) das Seconde-Lieutcnants-Patent, erreichte die nächsthöhere Charge vergleichsweise früh (1795, Mai 10.) undwurde mit Beginn des neuen Jahrhunderts (4. Sept. 1800)unter Belassung der „alten Armee-Uniform" und Verleihungdes Capitäns-Charakters verabschiedet.
So seine formale militärische Laufbahn; aus den letztenVerhandlungen wird noch Folgendes bekannt: Eine königlicheCabinets-Ordre vom 1. October 1799 traf die entscheidendenVerfügungen; ein am 5. Mai vorher gefertigtes ärztlichesAttest wies bei v. Oertzen eine Lähmung am rechten Fuße,sowie einen Darmbruch und damit seine Invalidität nach.Unter Berufung auf seine Vorbildung ^ er soll studirthaben — kam für ihn eine ungewöhnliche günstige Ver-wendung zur Frage; man erklärte ihn sogar zur Bekleidungeines Landrath-Postens für geeignet. Der Mangel aneigenem Vermögen und die daraufhin nicht thunlicheCautionsbestellung machte Schwierigkeiten, und so wird diegleichfalls in Aussicht genommene Verwendung als Post-meister sich hieran zerschlagen haben. — Schließlich ist er als„Kriegs- und Steuerrath" im combinirten Kreise Riescnburg-Marienburg ernannt worden und hat denn wohl Ende 1800seinen Dienst daselbst angetreten. Uebrigens ist auch seinehemaliges Corps nicht ein langlebiges gewesen. Die großeReduction des preußischen Militärs von 1807, welche auchso manche v. Oertzen's anderer Linien außer Functionsetzte (vgl. u. A. Bd. IV., Z 320 und 380), hat die 9. Dra-goner (zuletzt von v. Hertzberg geführt) aus der Armeeverschwinden lassen; nur eine Abzweigung derselben existirtbis heute als Westpreußisches Kürassier-Regiment (Nr. 5).Es ist nämlich hervorgegangen aus den 10. Dragonern alter