136 Stargardische Linie.
das Ostende des Kampfplatzes zu bringen, die Aufgabe er-halten, an der feindlichen Hauptstellung entlang zu defilirenund sich dann links neben Anhalt aufzuschließen. DiePlänkeleien in seiner Flanke verführten ihn, die ihm lästi-gen Panduren anzugreifen; daraus wurde ein stehendesGefecht mit den dahinter postirten österreichischen Linien,das abzubrechen nun nicht mehr gelingen wollte und durchwelches v, Manstein's Corps nun seinem eigentlichen Zweckevöllig entfremdet wurde.
Es ließ sich nun nicht feststellen, bei welchem dieserCorps v. Brauchitzsch vermöge ständiger oder erst nachMaßgabe der Schlacht-Dispositionen getroffener Zutheilungseine Verwendung im Kampfe gefunden hat- Die ausseiner Familie an König gelieferten Nachrichten besagen:er sei „in der Schlacht bei Kolin durch eine Kanonen-kugel an der Brust gequetschet;" die Folge solchergewiß äußerst schweren Contusion und qualvollen Athmungs-beschwerden muß es gewesen sein, wenn es weiter heißt, er„gab einige Tage darauf seinen Geist auf und liegt„in Leitmeritz begraben."
Man weiß, wie der Abzug vom Koliner Schlachtfeldesich in Folge von Daun's mangelnder Zuversicht für diePreußen sehr günstig gestaltete. So mag es nun thunlichgewesen sein, daß man den schwerverwundeten Artillerie-Hauptmann die vielen Meilen nach Norden mitschleppte.Wie der einige Monate früher gefallene General-MajorHenning Ernst I. v. Oertzcn, ist also auch v. Brauchitzschnicht „im Feuer" geblieben; ein eigenthümlicher Zufallwürde es sein, wenn ihre Gräber sich an der Elbe gegen-über lägen. — Denn Leitmeritz, wo König Friedrich sichnoch bis in den dritten Monat nach der verlorenen Schlachtzu halten vermochte, ehe er Persönlich über Dresden, dieandere Heeres-Hälste durch die Lausitzer Gebirgspässe abzog-diese Stadt liegt schräge gegenüber von Lobositz an derNordseite des Stromes, mit weitem, freiem Blicke auf eineEbene nach Prag zu. Es ist neuerdings Wohl etwas zweifel-haft geworden (vgl. S, 125), ob in der That HenningErnst I. v. Oertzen seine Ruhestätte auf dem Schlachtfeldeam Lobosch selbst gefunden hat, nicht vielmehr doch in die