182 Stargardische Linie.
Bombardier, wurde er am 30. Mai 1732 Feuerwerker undnoch am 27. October desselben Jahres Lieutenant. ImSeptember 1750 bekam er eine Compagnie, und zwar scheinter damals in Schlesien gestanden zu haben, also in Be-wachung der neueroberten Provinz. — Es empfiehlt sich,einiges Weniges über die von ihm gewühlte Waffe zu erfahren.Die Artillerie lag früher zu Friedenszeiten ausschließlich inden großen oder befestigten Plätzen des Reiches. Sie warin Compagniecn eingetheilt, von denen erst allmählich je 10zu Bataillonen zusammengefaßt wurden. Nachdem derbisherige Chef 1715 vor Stralsund gefallen war, erhieltdas „Corps", d. h. die gesammte Artillerie, als Haupt denObristen Christian v. Linger. Derselbe hat bis 1755 gelebt,zuletzt als General der Infanterie. Sein Patent (1743)zu dieser Charge hat seinem Verbleiben bei der Spccialwaffekeinen Abbruch gethan; es fragt sich nur, ob ihm auch das1741 gebildete zweite Bataillon (zu 10 Compagniecn) unter-stellt blieb, das 1741 unter speciellem Befehl des Obristenv. Holzmann (ff 1760) gebildet wurde, v. Linger's Nach-folger in der Führung des ersten Bataillons^) wurde 1755ein v. d. Osten, der 1757 in den blutigen Herbsttagen umBreslau siel (vgl. Bd. IV., Z 370). ' Nach seinem undv. Holzmann's Tode „haben die Artillerie-Bataillons wäh-lend des Krieges keine besondere Chefs und Commandeurs„gehabt, sondern sind von den ältesten Officiers befehliget„worden." — Daß v. Brauchitzsch 1732 unter v. Lingerstand, wird ausdrücklich erwähnt; ob nicht die Abzweigungdes neuen Bataillons Artillerie 1741 die Wirkung hatte,daß man ihn unter v. Holzmann versetzte, scheint aus denoben referirten Andeutungen über seinen Aufenthalt inSchlesien hervorzugehen. Stammte doch sein Geschlecht daher,und gewiß wußte (vgl. Bd. V., S. 227) der große Friedrichderartige Zusammenhänge im Interesse seines Prestiges indem neuen Kronlande zu verwerthen.
v. Brauchitzsch, seit 1750 Compagnieführer und späte-stens bald hernach Capitän geworden, hat am 10. (oder 20?
0 Nach Schluß des siebenjährigen Krieges hat Friedrich der Großedie inzwischen zur Zahl von 30 angewachsenen Compagnicen in 3 Re-gimenter eingetheilt, zu denen 1772 ein viertes trat.