68 Stargardische Linie.
bemerklich. Die nicht schwere Bemühung, sie aus ihrenPositionen zu verdrängen, enthüllte bald auch das, was sichnunmehr als Hauptfehler Browne's zu erkennen gab: daß dieöstliche Seite des Desilöes so gut wie unbesetzt war. Manbemerkte in den Dunstknäueln der Morellenbachs-NiederungInfanterie und Kavallerie des Feindes. Die Aufgabe, sichgegen seine nicht zu übersehende Stärke auf alle Fälle zusichern, führte sofort zu einer entscheidenden Maßnahme:unter persönlicher Theilnahme des Königs wurde die Ho-molka-Vorhöhe mit einer starken Artillerie-Position ver-sehen, welche für den ganzen Tag die Situation auf demsüdlichen Flügel beherrscht, diesen (Sulowitz gegenüber) so-zusagen fixirt und abgeschlossen hat.
Hinter den andern Waffen dieser entscheidenden Batterieund der pandurenjagenden Infanterie her rangirte sich nunauch die letzte und stolzeste Waffe in breiten parademäßigenLinien. Grade zwischen den Flanken der beiden Berge sinddie etwa 60 Schwadronen Kürassiere und Dragoner auf-geritten, welche der König mit sich führte. In erster Liniestanden (von Nord nach Süd gerechnet) die RegimenterRochow, Carabinicre, Prinz von Preußen und am rechtenFlügel v. Oertzen's altes Regiment Gensdarmes. Diesementsprechend und hinter den 4, die Mitte haltenden Corpsstand in dritter Reihe, also am südwestlichen Hintereck derganzen Masse, v. Oertzen's jetziges Dragoner-Regiment.Links daran schloß sich Reichsgraf Truchseß zu Waldburgmit seinem, auch der Garnison nach benachbarten Dragoner-Regiment. Denn es lag unweit Landsberg, in der Neu-märkischen Stadt Friedeberg, ist in Folge der Neuforma-tioncu zu Anfang dieses Jahrhunderts sogar mit ihm zueinem einzigen (jetzt Nr. 3) zusammengezogen und hat indieser Gestalt noch die alten Quartiere inne. — Die Reihelinks nach Lobositz zu aber schloß das doppcltstarke (mit10 Schwadronen) und Wohl berühmteste Regiment derArmee: die damaligen Baireuth-Dragoner, jetzt RegimentKönigin-Kürassiere, immer in Pascwalk behcimathet. Ge-führt wurde dasselbe damals von einem v. Meyer, nachdemein v. Schwerin (Otto Martin aus dem Hause Kummerow-Dargibell, der berühmte „Reitgerten-Schwerin").