62 Stargardische Linie.
verbreitet zu werden. — Wie schon die beiden vorigenGenerationen (vgl. auch S. 10) sich dem Preußischen Staateentweder geschäftlich näherten oder ganz in dessen Diensttrateni), so auch Henning Ernst- Soviel man weiß, hater gleich die Hauptstadt der heraufkeimenden Großmachtaufgesucht; wenigstens stand er die längste Zeit seinesMilitärdienstes dort bei den Königlichen Gensdarmen.
z. B. 1724 wohnte er auf der Dorotheenstadt, im„Wicse'schen Hause", 1731 dagegen in der zur Friedrichstadtzählenden Markgrafenstraße bei einem gewissen Senf. Erwar damit näher an den Schauplatz seiner täglichen Wirk-samkeit herangezogen; denn das war in der Gegend desheutigen Gensdarmen-Marktes (am Schauspielhause), dervon den dort ehemals stehenden Ställen jenes seines Re-gimentes den Namen trägt. Die 1631, zunächst in Stärkevon einer Compagnie gebildeten „Gensdarmes", d. h.Kürassiere nach Art der bekannten französischen Waffe,wurden anfangs viel aus dem Halberstädtischen recrutirt^);vielleicht ergab sich daraus für den jungen v. Oertzen dieVeranlassung, diese Truppe zu wählen. Von Anfang desCorps bis 1739 hat es sein Gründer commandirt, derschließlich Generalfeldmarschall gewordene Dubislav Gneomarv. Natzmer, gebürtig aus der bekannten HinterpommerschenFamilie. Auch die wenigen Nachfolger desselben, welchehier noch zu Frage kommen, tragen viel genannte Namen,v. Pannewitz, bei unsern Streifen in die Lausitz (Bd. V.,
h Nicht vergessen sei, daß eigenthümlicher Weise des Halber-städtcr Präsidenten Amt ihn nach der Richtung hin führte, von wo vor6—7 Generationen der Ahnherr seiner Gattin ausgegangen war. Daßsie, die geb. v. Schwicheld, irgend welche Beziehungen zu dem Parallel-Zweige ihres erlöschenden Hauses unterhalten habe, ist weder bekanntnoch wahrscheinlich. — 174l (Mitte, nach Mollwitz) kam ein v. Schwicheldin Großbrittanisch - Hannoverscher Mission in König Friedrich's vonPreußen Feldlager an der Böhmisch-Schlesischen Grenze. Ob v. Oertzen,derzeit Major des Gendarmes-Regimentes, ihn gesehen, sich der Ge-meinsamkeit ihrer Namens-Jnteressen sich entsonnen hat? Es handeltesich damals sogar um Meklenburgische Interessen: nämlich ob nicht diebekannten 3 Pfandämter der Lüneburger im Lande zu Hannover zuschlagen seien!
In den späteren Jahren Friedrich's des Großen wurden sievon Berlin weg in die südwestliche Priegnitz verlegt und ergänztensich demnach auch wieder aus ciuem benachbarten Bezirke. — Aufgelöstist das Regiment in der Krisis 1306/7.