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3 (1866) Vom Jahre 1600 bis zum Jahre 1725
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Stargardische Linie.

In Folge dieser bedeutenden Thätigkeit ward Victor Sigis-muud v. Oertzen auch zu höherer politischer Wirksamkeit be-rufen. Zuerst ward er im Oct. 1701 zum Vice-Landmar-schall des stargardischeu Kreises bestellt. Der Landmar-schall Wedige Christian Hahn auf Pleetz u. s. w. war mitseinem Vater Kuno Paris zur katholischen Kirche übergetreten.Da diese Glaubensrichtung aber allerlei Unannehmlichkeitenim öffentlichen Leben mit sich führte, so suchte er sich von deinLandmarschallamte frei zu machen. Nachdem Wedige ChristianHahn am 4. Oct. 1701 bei der Landesregierung angezeigthatte, daß er seiner vielfältigen schweren Leibeszufälle halberdie Landmarschalls-Charge weiter zu verwalten unvermögendsei, ward durch einen landesherrlichen Erlaß vom 7. Oct. 1701den Landständen angezeigt, daß dem Amtshauptmann VictorSigismund v. Oertzen die Verwaltung des Landmarschallamtesübergeben sei, welcher dann auch auf dem Landtage zu Stern-berg am 11. Oct. 1701 in seiner neuen Würde auftrat (vgl.Lisch Gesch. des Geschl. Hahn III, S. 385 flgd.). Nachdemmit Wedige Christian Hahn die jüngere Linie Basedow-Pleetzam 6. Sept. 1707 auSgestorben war, ging das Gut Pleetzund die Landmarschallswürde auf das jüngere Haus Basedow-Seeburg über, und zwar zunächst auf Günther Hahn; dadieser aber zu Seeburg bei Halle wohnte, so ließ er sich durchseinen jüngern Bruder Levin Ludwig III. auf Nempliu ver-treten (vgl. Lisch a. a. O. IV, S. 103 und 110 stgd.). VictorSigiömund v. Oertzen blieb Vice-Laudmarschall.

Zu derselben Zeit ward er auch Landrath. Die Zeitder Bestellung läßt sich nicht mehr genau ermitteln; die Laud-rathsbestellung wird aber mit der Landmarschallsbestelluug zugleicher Zeit geschehen sein. Nachdem die Erbfolgestreitigkeitenzwischen den Fürsten durch den Hamburger Vergleich am8. März 1701 beigelegt und durch denselben ein HerzogthumMeklcuburg-Strelitz gebildet war, erhoben sich sogleich Streitig-keiten über verschiedene Puncte der Ausführung, in welche auchdie Landstäude hineingezogen wurden. Nach manchen Erörte-rungen hielt Meklenburg-Strelitz in der Zeit 1703 —1721seine besonderen Landtage und ging seine eigenen Wege, und