334 Schwerinsche Linie.
Herzog schon früher 50 Mark von ihm auf diese Güter auf-geliehen hatte. Eine ziemlich wichtige Stellung gewann Ma-thias v. Ocrtzen dadurch, daß ihm am 5. Nov. 1448 dieStadt Rostock die Vogt ei Tessin mit Schloß und Stadt,welche die Stadt Rostock seit 1420 als Afterpfand von denMoltken besaß, zunächst fest auf ein Jahr und nach Ablaufdesselben auf halbjährige Kündigung auf Schloßglauben über-trug oder mit andern Worten ihn zum Vogte von Tessineinsetzte sEEIXst Mathias v. Oertzen war noch am 9. Febr.1455 Vogt zu Tessin, als er mit andern Edelleuten ausder Vogtei Ribnitz für Iwan Mentze auf Dammerstorf alsBürge eintrat sLEXIXst Zu dieser Stellung, welche in da-maliger Zeit eine kriegerische Tüchtigkeit voraussetzte, stimmtdenn auch die Nachricht, daß am 26. Aug. 1455 mehrere Ba-sallen der Herzoge von Meklenburg, nämlich Vicke Babbe, ClausKoste, Marquard v. Nossentin, Krisow, Iwan Mentze, EckhardJork, Curd und Henneke v. Zepeliu, Eckhard Hahn, SegebandThun, Griskow, v. Huugerstorp und Mathias v. Oertzen aufTessin mit ihren Knechten sieben Dörfer im Lande Barth aus-plünderten; aus welcher Veranlassung dies geschehen sei, istnicht bekannt, jedoch waren im 15. Jahrh, die Reibungenzwischen Meklenburg und Pommern nicht selten. Mehrere derhier genannten Vasallen kommen im Leben des Mathias v.Oertzen sonst noch vor, wie Iwan Mentze, Eckhard Jork undSegeband Thun. Nach einer urkundlichen Ueberlieferung vcrbürgte sich Mathias v. Ocrtzen ans Kl. Tessin im I. 1460für Lorenz v. Linstow ans Kl. Sprenz. Und damit verschwindetMathias v. Oertzen vom Schauplatze der Geschichte.
Von Frau und Kindern des Mathias v. Oertzen istnirgends urkundlich die Rede. Ohne Zweifel war sein Nach-folger im Besitze, Segeband v. Oertzen, sein Sohn. Ausdessen Vornamen Scgeband läßt sich schließen, daß seine Mutter,also die Frau des Mathias IV., eine gcborne Thun vonZepeliu und Streithorst gewesen sei, da der Familie Thun derVorname so eigenthümlich war, daß man ihn wohl in jederältern Generation findet; daß Mathias v. Oertzen mit denThun verwandt war, kann man z. B. daraus folgern, daß am