Nicolaus S.
ä9
5.
Nicolaus I., Knappe.
1295 — 1308.
Z. 5. «. III.
Der Knappe Nicolaus von Oertzen tritt als ein bisher un-bekanntes Glied in die Geschichte. Die Genealogien haben ihnwohl für den Ritter Nicolaus von Oertzen gehalten, welcherspäterhin auftritt; aber dieser erscheint erst 1327 — 1353, undzwar ausschließlich im Lande Stargard, so daß er ohne Zweifelder stargardischen Linie angehört. Zwischen diesem durch vieleUrkunden bezeugten Ritter und jenem Knappen Nicolaus liegt nuneine Lücke von 20 Jahren, und man ist schon deshalb genöthigt,den Knappen Nicolaus für eine eigene Person anzunehmen. DerKnappe Nicolaus von Oertzen auf Noggow, welcher erst seit 1345und sicher bis 1350 vorkommt, ist viel jünger, als die genanntenbeiden Nicolaus von Oertzen.
Der hier zur Rede stehende Knappe Nicolaus von Oertzenwar ein jüngerer Zeitgenosse der beiden Brüder Dietrich undDctwig und wird deren jüngerer Bruder gewesen sein, da eineandere Abstammung nach den erhaltenen Urkunden nicht nachzu-weisen ist; seine Verwandtschaft wird auch in keiner Urkundeberührt, da er, entfernt von allen sciueu Verwandten, nie miteinem derselben zusammen aufgeführt wird.
Nicolaus von Oertzen erscheint nur am Hofe und im Ge-folge des edlen und wackern Fürsten Nicolaus II. von Werle-Parchim sI284—1310), in der ruhigern Zeit der Regierungdesselben, wenn überall diese Zeiten ruhig genannt werden können,und zwar am häufigsten zu Güstrow. Er war und blieb Knappe,stand im Dienste des Fürsten und gehörte zu dessen besonderem Ge-folge: er hieß Knappe, Schildknappe des Fürsten oder Knappe desHofes, urmiAee nostee fXXVIIj und laiuulus uostrae ouriaefXXXV j, und war das, was man später Hofjunkcr nannte, inneuern Zeiten Adjutant oder Kammerhcrr. Vielleicht war derFürst oder dessen Großvater sein Pathe und Nicolaus von Oertzentrug daher von einem derselben seinen Vornamen, welcher in ältern
Urk, Ecsch. d, Gcschl. von Oertzen. I. 0, 4