Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
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wurden auf dem merkwürdigen Reichstage zu Nürnbergverkündigt und das Ganze dieser neuen Reichskonstitutionauf einem spätern zu Metz feierlich bekgnnt gemacht. Gcr-lach von Nassau ward sowohl bei ihrer Abfassung mit zuRathe gezogen, als auch wohnte er den Feierlichkeiten,welche ihre Promulgation begleitet, von Anfang bis zuEnde bei. Es war natürlich, daß dieses Werk der Unna-tionalitat, ein unglückseliges Erbstück der luremburg'schenDynastie, durch welche die Rechte Vieler zertreten worden,ohne daß eine eigentliche Einheit an die Stelle des frü-hern Zustandes kam, seinen und der sechs übrigen, vor-zugsweise dabei bedachten, Fürsien Beifall in hohem Gradeerhielt. Die Nation hatte ein kräftigeres Leben und inni-gere Koncentrirung der Staatskraft laut und lange gefe-dert; aber Karl von Mähren, zufrieden, alle, seinemEhrgeiz widerstreitende Elemente dadurch versöhnt zu ha-ben, opferte dem Privatintcrcssc das öffentliche Wohl auf,und entkleidete die Majestät eines großen Theiles ihresPurpurs, die abgerissenen Stücke den sieben Theilnch-mcrn zuwerfend, blos in der Erwartung, den Rest destoruhiger tragen zu können; er gab statt einer schirmendenund genügenden Organisation ein künstliches Flickwerk,welches noch gefahrlichere Keime künftiger Trennung undAuflösung enthielt, weil es der bisher faktischen Opposi-tion eine legale und befestigte Form verliehen.

Dies ist unsere Ansicht von der berühmten goldenenBulle, ob wir gleich die wohlthätigen Bestimmungen nichtverkennen dürfen, die sie in manch anderer Hinsicht wie-derum für eine bessere Ordnung der Dinge in Teutschland,neben dem vielen Schlimmen, enthalten hat.

Gerlach benahm sich fortwährend mit großer Staats-klughcit in allen Verhaltnissen zu den Fürsten und Stän-den; sein Einfluß und seine Rathschläge wurden von vielen