nalwürde verletzenden Ausdrücken abgefaßt schien. DieLehren des tiefsinnigen und freidenkendcn Occam, desgroßen Dialektikers Johann von Gent, des gelehrtenMarsiglio, des kcnntnißreichen Wiker n. A. hatten damalsin vielen Gemüthern heilsame Wurzel geschlagen.
Um dieselbe Zeit aber, als die Aufklärung an Occamsund der so eben aufgezählten Männer Theorien, an Pe-trarkas Feuergeist und Frciheitsstnn, an Boccacios lehr-reichem Spott und an Ludwigs des Baiern starkmüthi-gem Beispiel bedeutende Stützen erhalten zu haben schien,wurden die menschliche Vernunft und der christliche Glaubedurch die seltsame Erscheinung einer mystisch-fanatischenSekte, der Gcißler, systematisch verhöhnt, welche dieEntartung der öffentlichen Sitten und den Wollusttricbdes menschlichen Geschlechtes durch sehr verkehrte Mittelzu ersticken, und den Verfall der Grundsätze des Christen-thums durch eine abcntheucrliche Radikalkur von Buße zuhindern trachtete. Auch Gerlach von Nassau, vermöge dergeistlichen Würde, die er fortwährend ausübte, nahm beiden Beschlüssen, die man wider jene Störcr der gesell-schaftlichen Ordnung und Moral gefaßt, großen Theil.
Er hatte, während seine mainzcr Sachen, in so fernes den weltlichen Theil betraf, also schiefgegangen, durchBündnisse mit Edlen sich neuerdings zu stärken gesucht.Zugleich trat er als Wohlthäter von Stiften und Klösternauf. So zeigte er sich besonders gegen Arnsburg sehr gnä-dig, nahm die Abtei in seinen Schutz und erklärte die bis-herigen Anhänger K. Ludwigs darin für gereinigt. Ja erknüpfte mit Mainz selbst Unterhandlungen an, begabtedessen Kollegien und Gotteshäuser, verhieß den Bürgernin schlimmen Fällen Schutz, und stellte Bürgen (meist ausder Reihe seiner Verwandten) für seine freundliche Gesin-nung. Darüber versäumte er kräftige Rüstungen nicht.