Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
275
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begründeten Anrede, die Erklärung : das heilige römischeReich teutscher Nation sey wirklich seit längerer Zeit lediggestanden und bedürfe eines neuen Oberhauptes. Der Mark-graf von Mahren ward, als Karl der vierte dieses Na-mens, zu solchem gewählt und ausgerufen.

Dieser Akt konnte in vieler Beziehung nicht nur als einschreiendes Denkmal von Anmaßung und Ungesetzlichkeit,sondern auch des Widerspruches der meisten Wählermit frühern Erklärungen und Handlungen gelten, undvielleicht war Gerlach der einzige, den der letztere Vor-wurf nicht berührte, wenn auch der erstere in vollemMaaße zutraf, indem er selbst kein Versprechen gegebennnd kein bestimmtes politisches Glaubensbekenntniß abge-legt hatte.

Der Kaiser erhob sich im Gefühl tiefen Unwillens, undunterstützt von der Nationalstimmuug, um die Folgeneines solchen Attcntates zu durchkreuzen. Auf einem Reichs-tage zu Speycr, im September des gleichen JahreS aus-geschrieben und zahlreich besendet, schleuderten er und dieanwesenden getreuen Stände donnernde Vermahnungengegen die Häupter, Werkzeuge und Beschlüsse der aufrüh-rerischen Opposition. Der eingedrungene König fand auchan der Mehrzahl der Städte erklärte Antipathie gegensich, und hatte vergebens auf einer Zusammenkunft inKoblenz seinem Freunde Gerlach die faktische Einsetzungin das Erzstift Mainz versprochen; die Bürger dieser Stadtwaren eben so ungeneigt, diesen ihren neuen Churfürstenaufzunehmen, als Aachen ihn selbst in seiner Eigenschaftals König anerkannte und einließ. Doch hatte das wi-drige Verhältniß zwischen den zwei Prälaten für die Va-sallen und Unterthanen beiderseitiger Gebiete die traurig-sten Folgen; denn Einfälle, Verwüstungen, Intriguen,Parteiungen kamen an die Tagesordnung, und jeder Theil