als Haupt und Organ seiner Partei in Teutschland, auf.Es scheint jedoch, daß er inzwischen auf verschiedenenPunkten für die neue Ordnung der Dinge vorbereitend sichgcmühet und besonders den teutschen Adel gegen Ludwigtüchtig bearbeitet hatte. Sein eigenes Schicksal war vondemjenigen dieses Usurpators der Reichskrone fortan be-dingt; darum bot er alle Kräfte seines Geistes auf, eineWahl durchzusetzen, welche derselben Quelle und Weise,wie seine eigene Wahl, verdankt war.
Auf einen Wink des Pabftes schrieb Gerlach einen Wahl-tag nach Rense'e aus, da die rechtmäßigen Wahl- und Krö-nungsstädte, Frankfurt und Aachen, ihre Thore den Fein-den des Kaisers nicht öffnen wollten. Klemens, dadurchnicht verlegen gemacht, war mit einer Dispensation zuHülfe gekommen und hatte jenem Ort den heiligen Charak-ter jener Städte verliehen, welcher der guten Sache zweck-dienlich scheinen konnte. Rensee, der gewöhnliche Versamm-lungsort der rheinischen Erzbischöse, wo schon mehr alseine Königskrone vergabt und abgeschätzt worden war,spielt in der Geschichte des dreizehnten und vierzehntenJahrhunderts eine merkwürdige Rolle, mit seinen achtKönigsstühlen, davon sieben für die Churfürsten undder achte für den König bestimmt waren. (')
Es versammelten sich also hier, außer Gerlach, die Erz-bischöfe Balduin von Trier und Walram von Köln, derChurfürst Rudolf von Sachsen und der blinde König Jo-hann von Böbmen, welcher seinen Sohn, den Thronbe-werber, in Person mitgebracht. Außer diesen fanden sichnur wenige andere Prälaten und Stände ein. Sie thateninsgesammt, nach einer von Gerlach gehaltenen und gut
(') Vgl. darüber Vogt s Rhein. Sagen lt.
-