Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
251
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durch Verpfändungen und Anleihen, dermaßen in Schul-den, daß er den größten Theil seines Kredits verlor, wah-rend er durch gewaltsame Handlungen, wozu die Umständeihn oftmals nöthigten, Haß und üble Nachrede genug sichauflud. Endlich hörten die Koblenzer dennoch vernünftigeRäthe an und söhnten mit ihrem Beherrscher auf anstän-dige Bedingungen sich wieder aus, welcher seinerseits dennauch Vergessenheit des Geschehenen zusicherte.

Nach diesen Vorfällen suchte Diether, um ahnlichen fürdie Zukunft gewachsener zu seyn, einflußreiche und tapfereEdle an sich zu ziehen und verwendete hiczu die Trümmerseines sehr zerrütteten Schatzes. Er brachte Schloß Win-neburg an das Erzstift und unterhandelte hicfür längereZeit mit Philipp von der Pfalz.

Er erlebte jedoch noch mannigfache Kränkung und Stö-rung, sowohl in seinen Privatneigungen, als in seinerRegcnteuwirksamkeit. Die Erhebung des Trierers PeterAichspalter, eines starken Anhängers der Dynastie Habs-burg, auf den Stuhl von Mainz, mochte vielleicht keineder geringsten gewesen seyn. Die Fortschritte des demokra-tischen Geistes unter den Trierern und der steigende Hoch-muth der Gemeinen wider die Edlen bereiteten ihm bittereSorge. Auch die Aufnahme Graf Johanns von Spanheimin das Bürgerrecht war ihm nicht ganz gleichgültig, daer die Absicht errieth, aus welcher die Städter diesen mäch-tigen Edlen an sich zu ziehen trachteten.

Die Trierer ihrerseits benutzten die verworrenen Finanz-Verhältnisse ihres Prälaten, um denselben zu Avignon,wo, nach Bonifaz und Benedikt XI., Klemens V. als Pabstzu walten begann, in dem nachtheiligstcn Lichte hinzustel-len und der Zerstörung des Erzstifts und der Stadt durchsein unmäßiges Schuldcnwcsen förmlich ihn zu bezüchtigen.Es scheint, daß Klemens, eines Anlasses zu Einmischungen