— 244 —
Der lieblichen Sage haben wir bereits gedacht, welchesich um ein zartes Verständniß mir einer Nonne dreht,und vielleicht ans der Anklage der Entführung einer ge-weihten Jungfran, einem der mit so vielem Erfolge gel-tend gemachten Punkte wider Adolf, entstanden ist, oderderselben auch umgekehrt die Veranlassung geliefert hat.Adolf, in einem Treffen verwundet, ward in dem KlosterRosenthal verpflegt und der Sorgfalt einer schonen jun-gen Nonne anvertraut. Die äußere Wunde heilte schnell,aber desto heftiger blutete eine innere, die dem schnellempfänglichen Herzen des Nassauers beim Anblicke einesder reizendsten Mädchen unter rauher Tracht geschlagenward. Er erklärte ihr seine Liebe mit allem Feuer, dasihm eigen, und'fand Erhörnng. Er entführte das holdeGeschöpf, baute für sie eine eigene Burg, die Adolfseckgenannt, und besuchte sie oft insgeheim. Als der tapfereFürst bei Gelnheim gefallen, sprang die unglückliche Ver-
gezogen. Und erscheint daraus, daß König Adolf das Reichzu vermehren und in Aufnehmen zu bringen, sich mit soudermErnst und Eifer lassen angelegen seyn,"
Und im 124. Kapitel : „Die unparteiisch Königs AdolphiHistorien beschreiben, die legen demselben dies unsterblicheLob zu, daß sein Herz, Gedanken, Ralb und Thaten, Der.mehrvng und Verbesserung des Reichs gestanden, und desbal-ben weder Bemühung noch Gefahr gescheuet. Znsonders hater der Reichsstädte Aufnehmen und Woblstand den römischenKönigen und Kaisern fruchtbar und fürträgljch ermessen, unddeshalben sich gegen dieselbe mit Ertdeilung nützlicher Privile-gien und Freiheiten, dadurch sie zu Kräften und Reichthumerwachsen können, mild und löblich erwiesen, und hierin sei-nes Vorfahren König Rudvlfi Erempel gefolgt, welcher zuder Städte Gedeihen an Königlicher Beförderung und Vor-schub nichts erwinden lassen."