Verbrechen und einen Meuchelmord mit Absicht darstellen.Diese Eindrücke begleiteten unvertilgbar den Habsburgerauf den Thron und in die Gruft und zerstörten einen gro-ßen Theil seiner spatern Wirksamkeit. Wie viele Irrthü-mer, Mißgriffe und Sünden Adolf auch zur Last gelegtwerden konnten, dennoch blieb das Gefühl vorherrschend,daß er als Opfer des Neides, des Ehrgeizes und der Ka-bale gefallen und eine in den Jahrbüchern der Nationunerhörte Handlung an ihm vorgenommen worden sey.
Von dieser Abschweifung, welche zu richtiger Physiogno-mik seiner Feinde und ihrer Unternehmungen nöthig war,kehren wir in den Saal der Fürsten zurück, wo allem die-sem der Siegel des Gesetzes scheinbar aufgedrückt worden.
Bei dem Erzbischofe Gcbhard hatten sich die Churfürstenvon Sachsen und Brandenburg und die Gesandten desKönigs von Böhmen, so wie des jüngcrn Herzogs vonBaiern, Ludwig, eingefnnden.
Dagegen waren der Herzog Otto und der PfalzgrafRudolf natürlicherweise nicht erschienen; auch die Erzbi-schöfe von Köln und Trier hielten verschiedene Gründe,vielleicht auch ein Gefühl der Schaam, von persönlicherErscheinung ab.
Unter feierlichem Gelaute der Glocken, unter großem Zu-sammenströmen des Volkes, welches dem seltsamen Schau-spiel staunte, hatten die Fürsten am 25. dcö Junius sichin den Dom begeben, um die Gottheit an derselben Stellezum Zeugen eines Meineids und eines Fluches zu machen,wo sie sieben Jahre zuvor ihren Eid und ihre Lobgesangenach der Wahl des Königs Adolf gehört. Am Hochaltarschwur man abermals nunmehr Recht und Gerechtigkeitund des Vaterlandes Nutzen und Wohlthat zu fördern.
Nach beendigter Feierlichkeit trat der Erzbischvf Gebhard