— 179 —
eine seiner Töchter zugefügt, ist oben Erwähnung gesche-hen; wir bemerken hier eine zweite, welche bei der Bela-gerung von Kolmar dem Könige widerfahren. Die Auf-forderung , den Rappoltstein mit zu Paaren treiben zuhelfen, hatte Albrecht mit der ironischen Erklärung erwie-dert : «Wenn die Fürsten bei der Belagerung abfallen, somag der König mir's anzeigen; ich will dann kommen unddie Stadt belagern, die der König will.«
Adolf suchte diese Dinge dem Herzog bestmöglich wiederzu vergelten, und sowohl die Unterstützung des feindseli-gen Erzbischofs von Salzburg, als die Aufmunterung auf-rührerischer Vasallen wider denselben lieferten bequemenAnlaß hiezu. Daß der König Wenzeslaus von Böhmennicht in dem frühern Haß wider Albrecht verharrte, darantrug der Umstand Schuld, daß Adolf ihm die gewünschteOberstatthalterschaft von Meißen und Thüringen, zugleichals Pfand für das verschriebene Heirathsgut zu Gunstender mit Ruprecht verlobten Jutta, abschlug. Die allzunaheVerbindung dieser Länder mit Böhmen machte die Über-tragung eines solchen Amtes allzugefährlich. Von diesemTage an ward auch Wenzeslaus dem Könige gram undnäherte sich dem Herzog von Österreich.
Albrecht verstärkte sein Ansehen unermüdlich, theils durchVergleich und Bündnisse mit alten Gegnern, theils durchHcirathcn seiner Töchter mit Söhnen bedeutender Fürsten,wie der Anna mit Hermann von Brandenburg und derAgnes mit Andreas von Ungarn. Sehr geneigtes Gehörfand er auch bei den Herzogen von Kärnthen, Grafen imTyrol, Ludwig, Otto und Heinrich. Diese stolzen Vasal-len hatten, genau in Albrechts Ideen eingehend, gleichvon Anfang den Nassauer als König zu erkennen beharr-lich sich geweigert, und sie — die Adolf deshalb blos«die Edlen von Tyrol« betitelte — waren deshalb in die