nunmehr nach Pegaw zu nehmen; doch befürchtete er,falls er Lucka im Rücken liegen ließe, Nachtheil für jeneHeerabtheilung, die zurück in Meißen geblieben; daherwollte er zuvor jene letztgenannte Stadt um jeden Preisin seine Gewalt bekommen. Allein sie leistete stärkere Ge-genwehr, als er vermuthet. Überdies drängte jetzt derWinter sehr, und so sah sich Adolf denn gezwungen, ei-nen Theil seiner Kriegsmacht in die festen Plätze zu le-gen, mit dem andern aber kehrte er nach Süddeutschlandzurück.
Auf diesem Heimzug entschied er die Zwiste, welche zwi-schen Landgraf Heinrich von Hessen und dessen Söhnenerster Ehe, Heinrich und Otto, über die Theilung desLandes ausgebrochcn waren.
Heinrich I batte mit Adelheiden von Braunschweig,Schwester Herzog Albrechts des Großen, eine zwar auspolitischen Rücksichten geschlossene, aber nachmals glücklicheEhe geführt, und binnen zwölf Jahren sechs hoffnungs-volle Kinder mit ihr gezeugt. Die vier Töchter wurdenmeist Stammmütter blühender Geschlechter; die zweiSöhne wuchsen in jeder ritterlichen Tugend heran. Aberdas Unglück wollte, daß der Landgraf seine Gemahlinmunmehr (1274) verlor und zu einer zweiten Ehe, mitder Gräfin Mechihildis von Kleve, schritt, von der ergerade dieselbe Zahl von Kindern, zwei Söhne und vierTöchter, erhielt. Die eine derselben brachte durch ihre zweiteHeirath Hessen mit den Eppensteinern und Nassauern theilsin Verwandtschaft, theils in Schwägerschaft. Heinrich,von der zweiten Gattin so ziemlich beherrscht, batte fürsie und die mit ihr Erzeugten größere Zärtlichkeit, als fürdie seines ersten Ehebündnisscs. Die Landgräfin Mechthildemißbrauchte ihre günstige Stellung und bestimmte den Ge-mahl zu Verfügungen, welche gegen des Landes und jener