Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
163
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ohne erstaunenswerthe Ausdauer der vielgetreuen und viel-bcdrängten Meißner; dem Könige ging die kostbarste Zeitfür andere Plane verloren; aber alle Anbieten zur Erge-bung waren bei den Bürgern eben so vergeblich, als dieStürme und Geschosse seiner Söldner. Gern hörte Adolfdaher auf den Antrag eines Jünglings, welcher, in Hoff-nung reichen Lohnes, die Rolle eines Verräthers feinerLandesgenossen übernahm. Eine Wasserleitung führte un-terirdisch bis an die Hauptmauer; durch dieselbe mußtealso eine Abtheilung von Schanzgräbcrn insgeheim sichschleichen und an der betreffenden Stelle plötzlich arbeiten;was mit so gutem Erfolge geschah, daß ein betrachtlicherTheil der Mauern einstürzte und dadurch dem KriegsvvlkeBahn zum Einbruch geebnet war. Der König säumte nicht,mit seiner ganzen Macht vorzurücken; vergebens setzterrdie überraschten Freiberger allen Muth der Verzweiflungden andringenden Schaaren entgegen; die Übermacht siegteüber den Muth. Nach blutigem Gemetzel zogen die mei-sten übrig Gebliebenen sich in das Schloß zurück. Adolffoderte den Befehlshaber desselben durch einen Trompeterauf, der Stimme der Vernunft Gehör zu schenken unddas Leben der Seinigcn nicht muthwillig auf das Spielzu setzen, indem das Schicksal nun einmal wider ihnentschieden habe. Der Herr von Haugwitz foderte Bedenk-zeit, meldete dem Landgrafen den Stand der Sache undbat um weitere Vcrhaltungsbefehle. Friedrich, voll deSmenschenfreundlichen Wunsches, das Blut so treuer undtapferer Männer geschont zu sehen, willigte in die Über-gabe, um so mehr, da Graf Philipp ihm alle Wege ver-sperrt hielt, auf denen er zum Entsatz hätte nahen mögen.

Der König hatte die Thore und Zugänge rings ver-schließen und der Besatzung bedeuten lassen, daß sedermanndie Waffen abzulegen habe. Ein Theil der wackern Man-