Seinen Worten könne er Nachdruck geben; die Thüringermüßten deß gewiß seyn, wenn sie nur einen Blick auf daszahllose Volk zu Fuß und zu Roß werfen wollten, welchestäglich seinem Lager zuströme.
Auf dies cntgegncte ein kraftvoller und verstandigerMann, der mit unter den Bevollmächtigten sich befand,Otto von Pflug, im Wesentlichen Folgendes : Die Thü-ringer würden vielleicht den Äußerungen des Grafen eini-gen Glauben schenken, wenn sie anders nicht in Wider-spruch mit dem Benehmen stünden, das Philipp im ver-flossenen Jahre gegen sie entwickelt. Der bittere Haß, wel-chen er ihnen allen getragen, die Mißhandlungen, welcheer gegen frühere Gesandte verübt, die Grausamkeiten,zu welchen er sein Volk gegen das arme Land gereizt,seyen eben so viele laute Ankläger wider ihn. Die Be-hauptungen wegen des Landverkaufes, den der alte Albrechtan Adolf gethan, müßten als abgedroschene und überflüßigeReden betrachtet werden. Des Königs beharrlicher Ent-schluß in seiner angefangenen Usurpation würde ihn zu-letzt noch des Reiches berauben. Die Thüringer seyen durch-aus die Leute nicht, welche so leicht sich schrecken ließen;von ihren Vätern hatten sie gelernt, Unrecht mit Gewaltstegreich abzutreiben; Adolf werde sie stets gerüstet und inder Treue an ihre eingebornen Beherrscher unerschütterlichfinden. Also redete der von Pflug in großer Bewegungdes Gemüths. Natürlicherweise zerschlugen sich die Unter-handlungen, und die Abgeordneten verließen Tags daraufdas Städtchen.