Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
159
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ging vor sich. Die Belagerung von Born wurde frisch vor-genommen, aber der Winter machte alle Anstrengungenfruchtlos, um so mehr, da die Bürger mit unerschütter-licher Treue an Friedrichs Sache hingen. Die Königlichenzogen demnach gen Altenburg in die Winterquartiere.

Der Graf hegte von dem fernern Gelingen des Unter-nehmens wider Thüringen und Meißen für seine eigenePerson so geringes Vertrauen, daß er selbst aufrichtig denFrieden wünschte. Er trat mit Abgeordneten des Landgra-fen, welchen er seinerseits zuerst darum angegangen, inUnterhandlungen. Er verhehlte im Gespräche mit densel-ben keineswegs, daß er diesen Krieg stets für gefahrvollund nutzlos gehalten, trotz seiner Verwandtschaft zuAdolf, und seiner Verhältnisse zu ihm, als König; aberein fremder höherer Wille zwang ihn, wider seine eigeneNeigung, wider Thüringen die Waffen zu tragen. Er lobteder Bewohner Tapferkeit und Ausdauer, beklagte ihre er-littenen Verluste und Drangsale durch das ungezügelteKriegsvolk. Aber er stellte ihnen zn gleicher Zeit zu Ge-müth, wie König Adolf auf rechtlichem Wege eines Kauf-vertrages das angestrittene Land erworben, wie seiner ho-hen Würde durch Verzichtleistung auf seine Ansprüche hier-auf nicht geringer Schimpf erwachsen und wie in die Dauerihr Widerstand gegen einen Monarchen unnütz seyn werde,der den größten Theil des Reiches bereits zu seinem Ge-horsam gebracht, ff) Philipp schloß mit der Aufforderung,daß die Thüringer ihre mißliche Lage näher erwägen unddie Überzeugung schöpfen möchten, daß der König eherdas Leben, als seinen Entschluß preis geben werde, seineund des Reiches Würde vor jeder Unehr frei zu erhalten.

(') Auch von llnaarn und Böhmen ist die Rede; was natürlichblos als Phrase zu betrachten war.