Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

— 158 —

fahr, abgeschnitten zu werden; aber des Gebissenen hel-denmüthiges Beispiel entstammte die Seinen zu rascherFortsetzung des Streites, und seine Persönlichkeit wirkteelektrisch auf die übrigen Führer. Endlich wichen die Kö-niglichen, nachdem ihrer wohl an die tausend erschlagen,zweihundert aber gefangen worden. Philipp, entmuthigt,ließ zum Rückzug blasen; er erhielt einen dreitägige» Still-stand, um die Todten zu begraben.

Während er ans Wiederherstellung des Kriegsglückessann und einen besondern Plan für die Zukunft entwarf,belohnte der Landgras die Seinigcn fürstlich wegen ihreran den Tag gelegten Tapferkeit, und unterließ nichts, wasdie Thüringer in der Überzeugung stärken konnte, jetztoder nie hätten sie ihre blühenden reichen Triften von derGegenwart der räuberischen Banden des Königs durchibre Vernichtung zu säubern. Ohne Zögern stürmte mandaher auf das feindliche Lager. Das Blutbad war groß,der Widerstand der Schwaben männlich; wenig fehlte,so hätten sie einen entscheidenden Sieg erfochten; aberder Ungestüm der Feinde wurde unüberwindlicher, jemangelhafter bei ihnen vielleicht die Ordnung sich zeigte.Das Lager ging verloren und damit die ganze beträcht-liche Beute des Feldzugs. Eine Menge kostbarer, goldenerund silberner Gefäße und große Baarschaft an Geld fie-len den Thüringern in die Hände, und wurden in derKirche des heiligen Donatus niedergelegt.

Wenige Tage darauf berichtete der Graf das Geschehenean den König, und foderte auf den Fall, daß die Fort-setzung des Krieges beschlossen sey, Verstärkungen anTruppen, und vor allem Geld. Adolf sendete den GrafenJörg von Öttingcn mit bedeutenden Haufen Neuangewor-bener aus Südtentschland, namentlich ans Schwaben unddem Rheingau. Die Vereinigung mit Philipps Hecrresten