— 157 —
nigs, überliefere.-ff) Solche That dürste reichlicher Be-lohnung und Auszeichnung sich erfreuen. Kanut wies be-harrlich dies Ausinnen ab, und erklärte lieber sterben, alsseine Treue verletzen zu wollen. Er erinnerte zugleich denFeldherrn an den großen Schimpf, welchen er durch einenAutrag dieser Art sowohl dem ehrlichen Schwabcnnamcn,als seiner eigenen Stellung zufüge; in dieser letztern seydas Schwert, und nicht der Dolch oder Gift die Waffe,mit der man wider seinen Feind auftreten müsse, ff) Phi-lipp, erbittert, ließ den kühnen Redner in Ketten schlagen.
Der Landgraf, auf die Nachricht hicvon, suchte au demFeldherrn des Königs Rache. Er rückte wider Born an,in der Absicht, daselbst ihm ein Treffen zu liefern. Nachgenommener Rücksprache mit dem Rath und den Edlen derStadt, welche zu Verstärkungen seines Heeres angegangenwurden, machte er ungefähr halben Weges, zwischen Bornund dem feindlichen Lager, Halt, und gönnte seinem Volkeeine Rast von zwei Tagen. Ein Theil seiner Reiter mußtesodann den Angriff auf die Königlichen eröffnen; Friedrichhatte im Rücken sich aufgestellt. Er reizte durch Redenmannigfacher Art den Volkshaß der Thüringer gegen dieSchwaben.
Das Zusammentreffen war hart, der Widerstand blu-tig; die erste Abtheilung der Landgräfischen gerieth in Ge-
ff) Man vergesse nickt, daß dieser Vorwurf des Vergiitens einziemlich gewöhnlicher in jener Zeit war, und der Parteihaßfast in jedem Kampfe etwas der Art aussann,ff) Mit Recht bemerkt der Komentator zu Garzvn, daß die übrig»Rede, welche Ksinut gehalten haben soll, Nachahmung römi-scher Geschichtschreiber verrathe. Die Teutschen jener Zeitkannten sicher nicht oder dachten nicht an die Aguilier undVitellier, an Rom und Korinlh, an Hannibal und Nero.