— 153 —
den Freundes, und er wußte mit rönnscher Feinheit einenPunkt zn berühren, der bei des Nassauers Persönlichkeitsicher anschlug. Er stellte ihm die Unwürdigkcit vor, daßder König der Teutschen von dem Könige Englands Soldangenommen, und der größte und mächtigste Fürst derChristenwelt zum gemeinen Kricgsmann.eiues Fürsten zwei-ten Ranges sich hergegeben habe.
Bonifaz VIII. schien Adolfen um.so aufrichtiger und seineVermittlung um so uuablehubarcr, als er dem KönigePhilipp mit vielem Nachdruck zu verweisen sich das An-sehen gab, daß dieser es gewagt, ein teutsches Reichslehcnan sich zu reißen. Der Pabst gebot endlich allen drei Mo-narchen zugleich, einen Waffenstillstand einzugchen.
Philipp der Schöne, ohnehin dem Pabste nicht sehrhold, empfing die Drohung keineswegs wie ein gehorsa-mer Sohn der Kirche, sondern als ein Fürst, der seinerStarke bewußt war. Desto geschmeidiger zeigte sich derKönig Eduard, welcher alsbald den Stillstand annahmund seinen Verbündeten Adolf davon unterrichtete. Die-ser, solcher Wendung der Dinge nicht ganz unfroh, be-quemte sich ebenfalls gerne dem Willen des Pabstcs, zu-mal, da Thüringen und Meißen nach den ersten daselbstgemachten Fortschritten lockendere Ziele seiner Thatkraftund Macht schienen, und der erste Eifer und die ersteRacheglnt bereits verraucht waren. Unter diesen seltsamenMetamorphosen der Politik hatte der größte Theil desJahres 1295 sich erfüllt.
Der König unternahm noch im Laufe desselben den zwei-ten Feldzug wider die Landgrafen. Auch diesen zeichnete»grobe Ausschweifungen aus, und die Flammen der Dörferum Gotha, Sonncnborn und Erffa und anderer Gegen-den verkündeten aufs neue die Anwesenheit eines strengenRächers. Unter den Edlen, welche besonders muthige Wehre