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Doch hatte Philipp der Schöne Adolfs Erklärung nichterst abgewartet, sondern, von seinen und Eduards Ab-sichten bereits unterrichtet, schon einige Zeit zuvor in Besitzder Grafschaft Burgund sich gesetzt; der treulose Psalz-graf Otto, welcher derselben zum Hüter bestellt war, hatteden Lockungen nicht widerstanden, durch welche Philippdie letzten Bcdenklichkciten zu überwinden suchte. EineHeirath zwischen einem seiner Prinzen und der TochterOttos, Johanne, die Bezahlung seiner Schulden und dasVersprechen der Versorgung aller etwa noch ferner zu er-zielenden Kinder bildeten die Hauptpunkte des zu Vincen-ncs zwischen den Beiden geschlossenen Vertrages.
Adolf und Eduard hatten einen persönlichen Kongreß inirgend einer passenden Stadt verabredet, allein er kam,obgleich zum zweitenmal? ausgemacht, verschiedener Hin-dernisse willen, niemals zu Stande. Der König der Teut-schen zog auch nicht gleich wider Frankreich an, sondernhielt sich noch einige Zeit zu Nürnberg auf, woselbst ermehrere neue Privilegien, und namentlich für die StadtAugsburg, ausstellte. (') Daß schon jetzt Besannen vonihm belagert worden, ist ein großer chronologischer Irr-thum der Annalen von Kolmar, welche ein früheres, ver-muthlich noch auf Rudolf I. Bezug habendes Faktum ver-wechselt haben. (I
Der beschlossene Krcuzzng des Königs gegen Philippden Schönen jedoch war weit entfernt, die öffentliche Mei-nung der Teutschen für sich zu haben; keineswegs, alshätte man nicht überall im Reiche den Haß wider die
(') P. v. Stetten's Gesch. v. Augsburg. I. Welser's Augsb.Chronik.
(') Der gründliche Hab erlin (II. 642 — 643) hat dies bündigauseinander gesetzt.