Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
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Franzosen getheilt, allein die Nationalschmach, welche derenglische Snbsidienvcrtrag und die Annahme der Geld-summen Eduards I. vom König der Nation selbst zugefügtzu habe» schienen, wurde für weit schwerer gehalten, alsalle früheren Kränkungen Philipps des Schönen und sei-ner Vor fahren zusammen gehalten. Ein solches Benehmendäuchte Allen unerhört, Vielen unglaublich. Es erhob sichein Schrei des Unwillens durch die ganze Nation, undes laßt sich annehmen, daß die Sendlinge des französi-schen Monarchen nichts gespart haben werden, um dieseStimmung noch zu verstärken. Die alten und die neuenGegner des Nassauers hatten nun gewonnenes Spiel,und bereits hub der Herzog Albrecht an, heuchlerischeSeufzer über den Verfall des alten Teutschthums erschal-len zu lassen, und die Gemütber, wo er's vermochte, ge-gen den König zu verunwilligen.

Am meisten war der Erzbischof Gcbhard von Mainzüber das Geschehene betroffen; dieser kluger Politiker sahalle moralischen Folgen ein, welche daraus für die Sacheseines Neffen sich ergeben würden. Er suchte daher denEreignissen eine andere Wendung und dem Ungewittcreinen passenden Ablauf zu geben. Als er seine Blicke um-herwarf, für den König ein gewinnreicheres Ziel seinerWirksamkeit zu suchen, schien ihm nichts so einladend, alsdie damaligen Verhältnisse der Länder Meißen und Thü-ringen , welche durch Landgraf Albrechts Betragen dasverworrenste Schauspiel von Entzweiung, Bürgerkriegund Anarchie, und einem beherzten Dritten, der die Um-stände benutzen und in die innern Angelegenheiten sich ein-mischen würde, einen beträchtlichen Zuwachs von Reich-thum und Macht darboten.

Dorthin lenkte also der Erzbischof die Thätigkeit desKönigs; dort sollte er sein Hausgut verstärken und zu-