Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
121
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ließ sich zum königlichen Vikarius in allen den Gegendenund Ortschaften ernennen, wo er von den Einwohnernmit einer Gewalt ausgestattet worden war, wie sie derStellung eines königlichen Statthalters würdig; dannübte er diese faktisch auf ganz andere Weise erworbeneGewalt unabhängig von dem Willen der ihr Unterworfe-nen als königlicher Statthalter weiter. Die Ernennungzum königlichen Vikar hatte Statt durch Gesandte, dienach Mailand kamen, im April 1292. Doch war Mattcofeiner, als die Torrianer, oder durch ihr Schicksal belehrt;denn er schmeichelte den argwöhnischen Republikanern fortund fort; nahm die vom König ihm gewährte Würde (ob-gleich sie ihm große Summen gekostet haben soll) nur an,als ihn auch der Rath der Stadt darum ersuchte; undals er sich gewissermaßen dessen dringendem Ansuchen füg-te, bat er zugleich um Verlängerung des Kapitanates aufnoch 6 Jahre.« () Bei diesem Anlaß erneuerte auch derKönig die alten Freibriefe der Stadt Mailand. Es wardies eine Art Widerspruch in dem nämlichen Augenblick,wo er dem Freistaate einen Tyrannen gegeben.

Nachdem Adolf in Obcritalien sich die mächtigste Par-tei zur Freundin gemacht, suchte er auch in Mittelitalienden Pabst zu gewinnen, von dessen Hand er sowohl dieKaiserkrone noch zu empfangen, als von dessen Zorn er

(') Nach der Italiener Art diese Sache darzustellen, hätte Mat-teo sich die Sache also mehr auftragen und gefallen lassen;die Biographen Adolfs aber nehmen die Miene an, als habeder Visconti besonders darum nachgesucht, was durch Zeit-lage und die Stimmungen jener Häupter sich widerlegt. Vgl.über diese Angelegenheit auch die wichtige Dissertation G. v.Münch Hausen ä<z Vicariatn Iinyerii in ltalia sie.., welcheLeo entgangen zu seyn scheint.