Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
120
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seiner Kräfte nicht, und wenn er auch mit heiler Hautans jener »Hole des Löwen« sich zurückgezogen, so hatteer doch weder für Rubin, noch Gewinn etwas vollbracht.

Italien befand sich damals tiefer, als je zuvor, im Ab-grund der Anarchie versenkt; große und kleine Tyrannenzerrütteten durch Ehrgeiz und Grausamkeit, Parteien durchVerschwörung und Aufruhr das unglückliche Land. Unterden Fürsten, deren Reichthum und Macht am befestigtstenund zugleich gcfürchtetsten war, zeichneten sich vor allendie Viscontis in Mailand aus. Sie wurden nach und nachüber die Partei der Torrianer sieghaft, und mit HülfeKaiser Rudolfs von Habsburg, welcher, ohne jedoch derEinladung nach Italien in Person zu folgen, mit Absen-kung von Truppen sich begnügt hatte, wurden sie nichtnur in ihrer Vaterstadt, sondern auch in Kremona, Pia-ccnza und Brescia vorherrschend, oder gleichsam eine Mit-telpartei zwischen Ghibellinen und Gnelfcn. G)

Durch die Intriguen des einflußreichen und rankevollenErzbischofs Ottoue war Matteo Visconti um das Jahr1287 an die Spitze der Geschäfte gekommen; er dehnteseine Macht in Oberitalicn von einer Stadt zur andern^aus. Über seine fernern Verhältnisse und über die Bezie-hungen zu Adolf drückt ein neuerer Geschichtschreiber sichalso ans : «Matteo ging denselben Weg, den früher dieTorrianer gegangen waren; zuletzt ließ er sich von denBewohnern der Städte und Landschaften mit einer gewis-sen Macht ausstatten, wenn auch nur temporair; dann,im Besitz derselben, wandte er sich an den König derTeutschen, damals eben Adolf von Nassau, den mantrotz seiner Machtlosigkeit in Italien doch immer noch alsdie gesetzliche Quelle der höchsten Gewalt betrachtete, und

(') H. Leo, Geschichte der italienischen Staaten. V. Vl- I- 236.