Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

104 —

welcher diesen Letzlern, über vorgestreckte Summen zu denKrönungskosten, auf Kochem an der Mosel und den OrtClotten anwies.

Noch im Oktober 1292 traf Adolf zu Köln ein, wo ereinen großen Reichstag hielt und den Würzburger Landfrie-den K. Rudolfs, seines Vorgangers, feierlich verkündigteund erneuerte. Valenciennes, wegen frevelhafter Empörungwider den rechtmäßigen Beherrscher, Jean d'Avesnes, Gra-fen von Hcnncgau, kam bei diesem Anlaß in die Acht. ( )Nicht lange nach seiner Königswahl, noch während sei-nes Aufenthalts zu Köln, hatte Adolf auch mit den An-gelegenheiten Brabants sich beschäftigt und am 5. Wcin-mond des Jahres 1292 dem Herzoge Jan ll, urkundlichdie Bestätigung aller früher von Friedrich 11. und RudolfI. verliehenen Privilegien, Immunitäten und Rechte -üi-os.sacrs ertheilt. Desgleichen fertigte er demselben, am 18.Wintermond, einen zweiten Brief aus, darin er ihn zumobersten Schirmvogt und Statthalter des Reiches, vonder Mosel an bis zur See und längs des Rheins bis West-phalen, bestallte, und allen Fürsten und Prälaten, so wiesämmtlichen geistlichen und weltlichen Behörden, unver-brüchlichen Gehorsam und willfährigen Beistand an denHerzog von Brabant nachdrücklich empfahl. (I

Es ist bemerkenswerth, daß der König zum Nachtheil derPfaffheit, welche ungebührliche Foderungen erhob, und znGunsten seines alten Gegners solche Urkunde ausgestellt;eine Erklärung mehr des vielen Unglücks, welches von ver-schiedener Seite her nachmals ihn so sehr verfolgt hat.

(') Häberlin II. 7. Periode. 633 — 634.

o lleschrz'vinze VSII I^odoxelce sn Vrolisnt. II. 67. HIL3,Iroxlrees cl« Lrsbrznt. kreu^es; p. 127.