Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

— 102 —

mit Eschwege, der Stadt, und Boineburg, dem Schlosse,im Namen des Reiches belehnt, nachdem er früher seinLand als eigen besessen und den Landgrafcntitel blos we-gen seiner Abstammung vom thüringischen Hause geführt. (')Das Hauptunglück, welches über Adolfs ganzer Regie-rungspcriode waltete, und die Besorgnisse derjenigen zurechtfertigen schien, welche die Ernennung eines armen Kö-nigs für unpolitisch erklärt hatten, der Geldmangel,stellte sich schon in den ersten Tagen der Erhebung ein;er hatte nicht so viel, um die Kosten der Reise und Krö-nung bestreiken zu können. Der König wollte demnach miteiner Judcnsteuer zu Frankfurt inaugurircn; aber derMagistrat dieser Reichsstadt, aus eigennützigen Gründen,widersetzte sich solchem Ansinnen. Der Erzbischof von Mainzmußte auch diesmal seinem Vetter Rath schaffen; durchsein Fürwort und seine Bürgschaft brachte er ihm eineSumme von 20,000 Mark zusammen, und dafür wurdenSchlösser und Dörfer verpfändet. Der Erzbischof that sol-ches «nicht ohne Hoffnung reichlicher Zinsen,, wie einneuer Schriftsteller richtig bemerkt hat. (°)

Endlich trat der König den Zug nach Aachen an. Un-ter den Fürsten, die ihn dahin geleitet, bemerkte man be-sonders die Churfürsten von Mainz und Trier mit sehransehnlichem Gefolge von Rittern und Reisigen. Mehrereder Kältcrgesinnten waren unter mancherlei Vorwandenzurückgeblieben; so der von der Pfalz. Als Adolfs Schiffan dem Fürstenberg vorüberfuhr, geschahen von Seiteder Besatzung Schüsse, deren einer hart an des Königs Seiteuiederfuhr und einen seiner Leute verwundete. Der Königward über solch frevelhafte That auf's äußerste erbittert;

r') Günderode. Rommel. Hess. Geschichte.(') Muth, S. SS.