verlobt; letzterer verhieß durch eine Urkunde die Aussteuervon 10,000 Mark Silbers voraus, und Adolf verschrieb dage-gen der Prinzessin 10,000 Mark Lcibgcding auf Wiesbaden,Jdstein und Sonnenberg; zugleich verpfändete er dem Könige,ihrem Vater, das Land Plcißcn und Altenburg; er gestat-tete ihm den Empfang der Lehen durch Bevollmächtigte,statt, wie die Regel sonst vorschrieb, in Person; ja erstellte ihm den Lehenbricf noch am Tage der Wahl aus.So viel war dem Nassauer die Erhaltung der wichtigenFreundschaft des Böhmen gelegen. Aber dieser erwiedertedas Vertrauen schlecht. Die prekäre Stellung des neuenMonarchen, in Bezug ans die Finanzen, benutzend, zö-gerte der stolze Slave die wirkliche Vermählung auf un-bestimmte Zeit hinaus, bis Jutta, vielleicht aus Gramund Herzensschnsucht, dahin gewelkt war, ohne den Bräu-tigam jemals gesehen zu haben.
Große Spannung zeigte sich gleich in den ersten Tagen zwi-schen dem Könige und dem Pfalzgrafen. Ludewig hatte seineAnhänglichkeit an Österreich allzustark an den Tag gelegt,als daß Ersterer ihm so leicht verzeihen konnte; sie mehrtesich, als der Herzog dem Antrage einer Tochter Adolfsfür den jungen Rudolf von der Pfalz Schwierigkeitenmachte; doch hatte er hier den Schein der Billigkeit fürsich, weil ein früheres Verlöbniß mit einem Fräulein ausdem Hause Brandenburg im Wege stand. Diese Schwie-rigkeiten hoben sich jedoch bald, in Folge gütlichen Ver-ständnisses zwischen den Interessenten, der freundschaft-lichen Vermittlung Erzbischof Gebhards und einer demPfalzgrafen verheißenen Geldsumme, und die Hcirath zwi-schen Rudolf und Mechthilden ging, zu Nürnberg, vorsich (12S4).
Noch am Tage nach der Wahl ward Landgraf Heinrichvon Hessen zur Würde eines Rcichsfürsteu erhoben und