- 99 -
politischen Komödie gespielt, und sie entschuldigten sichbei dem Zurückgesetzten bestens, indem sie alle Schuld aufden Prälaten von Mainz schoben.
Gcbhard wand sich elastisch, wie er war, mit allgemei-nen Phrasen ans der Verlegenheit, in welche der von al-len Seiten ertönende Vorwurf beispiellosen Betruges ihngesetzt; allein er schützte ruhig vor, daß alles in rechtlicherForm geschehen und er mit freiem Willen und vertrags-mäßiger Verzichtung Aller auf ihr unbestrittenes Stimm-recht zum Schiedsrichter der Wahl bestallt worden sey;dem Herzoge von Österreich drückte er sein Bedauern überden Kirchenbann aus, welcher an seiner Ernennung alleinihn gehindert, und über das Bedürfniß des Reiches, wel-ches dringend einen Kaiser ohne längere Säumniß gefor-dert hätte. Albrecht beruhigte sich bei dieser Erklärung,oder vielmehr, er gab sich die Miene, dabei beruhigt zuseyn, und unterdrückte seine Gemüthsbewegung, indemer Rache und Genugthuung von bessern Zeiten hoffte.
Demgemäß lieferte er ihm bald darauf auch die Städteund Besten aus, die des Reiches waren, und die Kleinodien,welche er auf dem Tryfels verwahrt gehalten, obgleich esan Aufforderungen eifriger AnHanger nicht fehlte, sich imBesitze des Hortes mit Gewalt zu erhalten, und durch den-selben auch das Recht an die Krone, welches in der Meinungdes Volkes daran sich knüpfe, zu behaupten. Diese Freundeknirschten daher vor Wuth, als sie den Herzog, welcherübrigens »in hoffärthigen Sitten zu dem neuen Königegeritten kam,« von demselben die Lehen für seine Erblän-der empfangen sahen; sie riethen noch einige Zeit zu einemStaatsstreich und warnten Albrecht vor der Zukunft,
(') Wann man si>at und frn
Sagt in scin OhrDem Herzogen oor,