Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
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Nachdem alle Vorbereitungen hinlänglich getroffen unddie Fürsten am entscheidenden Tage feierlich versammeltwaren, stund der Erzbischof Gcbhard mit großem Ernstin ihrer Mitte auf, gedachte noch einmal des Inhalts derverlesenen Handvcstc und begann sodann zu erzählen, wieer Tag und Nacht den heiligen Geist angerufen und be-sonders noch in der letzten heiligen Messe zu ihm geflehtbätte, daß er seiuen Verstand erleuchten und den Wür-digen ihm zeigen mochte, welcher im Stande sey, desReiches Wohlfahrt vorzustehen und die Krone des Reichesmit Ehren zu tragen. Solches sey denn endlich geschehen,und er ernenne hicmit im Namen der heiligen Dreifaltig-keit einen Mann zum Kaiser der Teutschen, welcher ehr-bar von Gemüth und tapfer genug von Arme sey, umdas Reich von allen Nöthen zu befreien, darin es sichbefinden möge, nämlich : den Grafen Adolf vonNassau.

Alsbald, nachdem er diesen Namen ausgesprochen, hober mit starker Stimme ein Herr Gott, dich loben wir!an, und die Pfaffen sangen eifrig von allen Seiten esnach, während einige Laien zur Stelle eilten, wo derGraf sein Loos abwartete. Er erschien alsbald, in seinerschönen ritterlichen Gestalt, mit seinem freundlichen, je-doch entschlossenen Ernst, welcher dem Geschehenen gegenjeglichen Widerspruch Kraft zu verschaffen, anzudeutenschien. Der Herzog Albrecht (') stand wie vom Blitz ge-rührt über diesen unerwarteten Ausgang der Dinge,und ein wüthender Ingrimm über die schimpfliche Tau-schung, der er preisgegeben worden, bemächtigte sich sei-nes ganzen Wesens. Die übrigen Fürsten waren nichtminder erstaunt über die klägliche Rolle, die sie bei der

(') Es ist erwiesen . daß er mit bei der Wabl zugegen gewesen.