— 97 —
beigefügt, welche die ohnehin sehr triftigen Gründe mäch-tig verstärkten. Der Punkt wegen des Bannes gab demgar nicht allzu vrthodore Erzbischof-Königsmacher einenanstandigen Vorwand, die größte Zweideutigkeit Hu be-schönigen, welche ihn, durch Täuschung aller Interessen,vor dem Auge der öffentlichen Meinung nothwendig blosstellen mußte.
Der Gelberer war bei mehrern Fürsten der Lockvogelgewesen, mit welchem er sie in Sicherheit eingesungen;aber dieser selbst hatte für seine Person niemals daran imErnste geglaubt, sondern vielmehr im Interesse von Mainzund Köln, was sie gefodert, aus alter Freundschaft red-lich mit unterstützt; es schritt also Gebhard nun unbedenk-lich zur Ausführung seines tiefangelegten Planes. Er ver-sah sich für alle gcdenkbaren Fälle mit einer tüchtigenWache aus treu ergebenen Bürgern seines Sprengels undritt so nach der Wahlstadt. Man zog in den Dom unddie Handveste ward verlesen, mittelst welcher sämmtlicheChurfürsten ihr Wahlrecht an den Erzbischof von Mainzabgegeben hatten.
Dem Prälaten zur Seite, in dessen Gefolge, war seinVetter, der Graf Adolf von Nassau, für welchen der Erz-bischof von Köln bereits ebenfalls sich günstig ausgespro-chen und den er selbst wohl früher mit vorgeschlagen, (')nach Frankfurt geritten, und um ihn gleich in der Nähezu finden, hatte Gebhard ihm seinen Ornat zur Bewah-rung übergeben. An einem Fensterlein sollte er des Aus-gangs der Dinge harren, und, so man ihn rufen würde,gleich herein treten.
l') Siegfrieds HauxtbcweggrunS war dabei, für die im braban-ter Feldzug ihm geleistete Hülfe dankbar und der dabei über-nommenen Verpflichtungen gegen ihn ledig zu seyn.I. 7