Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
96
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Klagen ausbrach,' und beharrlich von der Nothwendigkeitredete: entweder den Herzog von Österreich, oder den vonBrabant zu wählen. Was Gcbhard nicht völlig zu Standebrachte, vermochte Siegfried von Köln", welcher so langeihm zusetzte, bis er dem Erzbischof von Mainz sein Wahl-recht ebenfalls abtrat und nur um alles in der Welt dengefürchteten Nachbar von Geldern sich verbat. Und nunschlug Gebhard ironisch auf die Tasche und erklärte, erwerde den König bald herausspringen lassen.

Albrecht hatte inzwischen nichts versäumt, um alte Geg-ner zu versöhnen und neue Freunde allenthalben sich zuverschaffen. Der Graf von Haigerloch war sein diploma-tischer Sendling, welcher bei mchrern Fürsten eifrig fürihn arbeitete, und dem einen dieses, dem andern jenesReichsgut, auf den Fall der Ernennung, im Namen Al-brechts zusicherte. Der Herzog schien seiner Sache so sehrgewiß, daß er verschiedenen schwäbischen Edetn schon Gunst-bczeugungen und Privilegien provisorisch zutheilte undauf die Krone hin Gelder aufnahm. Gcbhard selbst hattein diese Sicherheit listig ihn einwiegen geholfen, dadurch,daß er ihn mittelst des Grafen von Katzenelnbogen seinerFreundschaft vergewisserte, ja sogar zur Reise in dieRheingegenden aufforderte, was der Herzog zu thun kei-nesweges unterließ. Es sollte die Niederlage des Herzogsso schimpflich, als möglich, vollendet werden.

Einen besondern Dienst leistete ihm um diese Zeit derErzbischof von Salzburg, welcher, noch in der letztenZeit und nach sämmtlichen genommenen Maaßregeln, anihn schrieb, daß Albrechts Wahl durchaus nnthunlich, daer noch immer in dem Bann der Kirche sich befinde, inwelchen er, tempelrauberischer Handlunge» (d. h. der Ein-griffe in des Prälaten Besitzthum) wegen, früher getbanworden. Diesem Schreiben waren noch kostbare Geschenke