Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
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ten. Derselbe sendete vielmehr einen gewandten Unterhänd-ler nach Mainz, welcher von Herzog Albrechts Personund Betragen die nachthciligste Schilderung entwarf —wessen es nicht einmal mehr bedurft hätte — und denChurfürsten eidlich zusichern sollte : sein Herr werde jedenKönig ihrer Wahl, außer dem Österreicher, nach Vermö-gen schirmen helfen.

Als der Zeitpunkt der Wahl beranrnckte, erschöpftensich die beiden Markgrafen von Brandenburg, Otto derLange und Otto mit dem Pfeil, welche mit einander überden Besitz der Chur haderten, in Bewerbungen und Aner-bieten , und jeder verhieß die besten Dienste nach demWillen der Prälaten, auf den Fall des Vorzugs je desEinen oder Andern von ihnen. Gcbhard zog aus ihremStreite so viel möglich Nutzen für seinen tiefern Plan.Endlich neigte er sich mehr dem langen Otto zu, undempfing von ihm dafür unbedingt seine Stimme, mit derBemerkung : wenn er noch den von Sachsen betrüge, sowerde er beweisen, daß er eine gute Schule gemacht. Dochwußte er auch den mit dem Pfeile durch trügerische Hoff-nungen hinzuhalten. Gebhard entsprach dem Vertrauen,welches man auf etwas zweideutige Weise in sein Talentgesetzt, denn als der Markgraf von Sachsen ihn fragte,welchen er wohl für den meistbesprochcnen Gegenstand derWahl ansehe, erwiederte er listig : «Es finden sich mehrereunter den Fürsten, welche für den edlen und reichen Braun-schweig geneigt sind.« Solches batte er nur geäußert, umseinem Kollegen das Blut in den Kopf zu treiben, denndes Markgrafen tödlicher Haß wider den Herzog war ihmwohl bekannt. Deshalb rief jener mit rascher Hitze aus :»Das wäre der Tag! Eh' ich zugebe, daß jener Hanptdes Reiches wird, ehe will ich lieber von meinem eigenenRechte abstehen. Ihr, Herr Erzbischof, seyd ein kluger