Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
92
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Nutzen zu ziehen und jede Beleidigung gelegentlich zurächen suchte, hatten die Guten wie die Schlechten gleichsehr von ihm entfernt, und da man nicht nur ihn nichtliebte, sondern sogar fürchtete, so vereinigten sich viele,selbst in andern Dingen Widerstreitende zu seiner Ver-drängung.

Der Herzog Albrecht hatte auf starken Widerstand sichgefaßt, aber gleichwohl seine Sache nicht für verloren ge-halten, und darum auch noch bei guter Zeit die Reichs-klcinodien, die er aus des Vaters Pallaste zu sich genom-men , einstweilen auf den festen Trifels in Verwahrunggebracht. Die Lage der Dinge war sehr kritisch für ihn;denn mit dem König Wenzeslaus von Böhmen, seinemSchwager, stand er in Zwist, mit dem neuen Könige vonUngarn, Andreas, in Krieg; der Herzog Otto von Baiern,der Erzbischof Konrad von Salzburg hatten ebenfalls dieFreundschaft, ja selbst seine Stande von Steiennark denGehorsam ihm aufgekündigt. Bürger und Adcliche, erstereder großen Verachtung ihres Standes, diese der unklu-gen Verletzung ihrer Privilegien willen, haßten ihn gleichsehr. Der Herzog Akbrecht, gleich als stammte er aus demältesten Herrschergeschlecht, hatte weder die Personen, nochdie Grundsätze Anderer jemals zu schonen gepflegt, undje mehr er ersterer gebrauchte und letztere ihm Schadenbrachten, desto mehr bekämpfte er sie.

Die Churfürsten selbst trieben mit ihrem Wahlrecht eineArt Handel. Böhmen und Brandenburg suchten einen Kö-nig, welcher ihre Interessen in der thüringisch-meißnischenFehde zwischen Landgraf Albrecht nnd dessen Söhnen be-günstige; Sachsen einen solchen, welcher sowohl widerden Erzbischof von Magdeburg ihm beistehe, als eine be-deutende Geldsumme, deren es bedürfte, ihm zusichern,so wie von einer zu Gunsten weiland K. Rudolfs gegen