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Drittes Kapitel.
Adolf von Nassau's Kaiser wähl und Krönung. SeineVerhältnisse und Verbindungen mit verschiede-nen Fürsten und Ständen; seine ersten Verrich-tungen, Beleh nungen und Privilegien.
§)er Tod Rudolfs von Habsburg, des Wiedcrhcrstellersder Einheit und Kraft des Reiches, hatte — wie im Ein-gange dieses Buches gemeldet worden — die mühesamgebändigten Parteien alle aufs neue wieder in Bewegunggesetzt. Der sehnliche Wunsch des alte , Löwen, die Kroneentweder auf dem Haupte seines Sohnes Albrecht, oderseines Schwagers, Albrecht von Haigerloch, einst nachihm befestigt zn sehen, war unerfüllt geblieben, und derKaiser nicht ohne Gram über feindselige Stimmung derFürsten in die Gruft gestiegen. Man hatte schon seine ei-gene Macht allzusehr gefürchtet; mit Unrecht, denn erverdiente sie. Aber den Sohn bewegten ganz andere Ge-fühle, wenn auch gleich dieselben Ideen über die Naturder höchsten Würde, und vielleicht noch klarer und aus-gebildeter, als bei Rudolf, ihn erfüllt. Sein stolzes, stör-risches Wesen und sein unbeugsamer, zu Schmeichelei un-tüchtiger Sinn, seine schlcchtversteckte Habsucht und seinehöhnische Menschenvcrachtuug, welche in vielen seinerWorte und Thaten ausgesprochen lag, endlich seine fuchs-artige Natur, welche von Freunden und Feinden nur